|
Nächster Termin: SPIELRAUM SONDERTERMIN!!! Am Dienstag den 31.08. um 20:00 Uhr findet im Spielraum Heiligenwald ein Sonderkonzert mit dem New Yorker Cellisten Tomas Ulrich in folgender Besetzung statt: Tomas Ulrich (New York) : Cello Michael Griener (Berlin): Schlagzeug Martin ''Schmiddi'' Schmidt: Mandoline Christof Thewes: Posaune Tomas Ulrich lebt und arbeitet in New York im Bereich Neue Musik und Jazz. Er ging weltweit als Solist und Ensemblemitglied auf Tour und spielt(e) mit Dave Taylor, Joelle Leandre, Kenny Norton, Steve Swell u.v.a. Gerade war er an einer Operneinspielung von Anthony Braxton beteiligt. Michael Griener ist ein sehr aktiver Schlagzeuger aus Berlin. Weltweite Tourneen mit Uli Gumpert, Günther Christmann, Ken Vandermark, Mats Gustafson u.v.a. Thewes und Schmiddi sind wie immer. Vergangene Veranstaltungen: 30.04.10, 20 Uhr "Tanz in den Mai" Vortrag: Dr. Matthias Hoffmann (Soziologe) über "Hexen, Riten und Bräuche" Musik: Christof Thewes Modern Chamber Ensemble feat. Phase Vier 28.05.10, 20 Uhr: Vortrag: Dr. Steffi Hansen - "Virtuelle Haut" Ich fühl mich wohl in meiner Haut. Mit Haut und Haaren. Vor Scham rot anlaufen. Lachfältchen, Krähenfüße, Sorgenfalten, Schwangerschaftsstreifen, Gänsehaut. Die Haut ist ein Sinnesorgan. Wir können über unsere Haut Empfindungen kommunizieren und wir können unsere Haut schlecht vor anderen verstecken. Welche ihrer Eigenschaften der Haut müssen wir nachstellen, um ein vollständiges virtuelles Bild von ihr zu erzeugen? Und wer braucht so eine virtuelle Haut, und wozu?
Dr. Steffi Hansen ist Apothekerin, Wissenschaftlerin und Musikerin. Sie kommt aus Rostock, hat in Greifswald Pharmazie studiert und dort auch diplomiert und ist dann nach kurzem Aufenthalt in München vor etwa 5 Jahren nach Saarbrücken gekommen um zu promovieren. Sie arbeitet zusammen mit Mathematikern und Bioinformatikern an Computermodellen, die die Aufnahme von Substanzen über die Haut vorhersagen können. Sie interessiert sich besonders dafür, welche Wege Substanzen über die Hornschicht nehmen und wo und wie lange sie sich dabei aufhalten.
Steffi findet immer Möglichkeiten nebenbei zu singen. Seit sie in Saarbrücken ist nimmt sie Gesangsstunden bei Marion Wildegger. Sie hat vor kurzem 5 Monate an der University of Cincinnati gearbeitet und in dieser Zeit beim Mayfestival Chorus gesungen und dort unbeschreibliches mit Künstlern wie Paavo Järvi, Robert Porco und Measha Brueggergosman erlebt. 26.03.10, 20 Uhr
Dr. Ingeborg Besch im Gespräch mit dem in Berlin lebenden, bildenden Künstler Volker Sieben.
Das ist das Gute an den Bildern von Volker Sieben: dass sie ausprobieren, wohin man die Linien fließen und die pastosen Farbflecke treiben lassen kann, damit sie einen durch die Türen der Erinnerung führen. Der Künstler arbeitet offen malerisch, ganz eingebettet in das Sinnlichkeitspotential seines Malmaterials (und damit materiell konkret). Die thematischen Ströme, unterstreichen durch Titel wie „Family Portrait“, „Refugee Tree“ oder „Sky under Berlin“ steigern das Tempo und ziehen den Betrachter in eine Schlusskakophonie, in der, gleichsam als mächtiges Echo aus einer verbauten Zukunft, irrlichternde Saxofone, geisterhafte Gitarren und ein wirres Schlagzeugspiel einen Pflock zwischen Großhirnrinde und Hypothalamus zu treiben scheinen.
Mit Öl, diversen Kreiden, Tusche und Bleistift auf Leinwand sowie auf Papier, das häufig auf Leinwände kaschiert wird, lässt der Künstler verheerende Ereignisse aus dem Weltpolitischen wie Familiären auferstehen. Dabei kommt den Zeichnungen die Aufgabe zu, ästhetische Intelligenz tragender und klingender Kern für den universalen Anspruch der großformatigen Malereien zu sein. Musik: Undertone Project feat. Volker Sieben

20.02.10, 20 Uhr: Vortrag: Matthias Hoffmann: "Michel de Montaigne - Ein Soziologe für unsere Zeit"
"Mit Michel de Montaigne, dem französischen Philosophen des 16.Jahrhunderts, wird gemeinhin der Ratschlag verbunden, die Angst vor dem Tod dadurch zu bekämpfen, dass man jeden Tag an ihn denkt. Praktiziert man das lebenslang, so die Prognose und Hoffnung, dann hat der Tod bereits allen Schrecken verloren, wenn er einen dereinst ereilt. So jedenfalls steht es in seinem Essay "Philosophieren heißt sterben lernen" aus dem Jahre 1580. Nur selten indessen findet Erwähung, dass man damit nur "den halben Montaigne" zur Kenntnis nimmt, sich gewissermaßen in einer trügerischen Hoffnung wiegt. Denn 1588 erscheinen seine Essays, um einen dritten Band ergänzt, nocheinmal. Und in diesen späten Essays herrscht ein ganz anderer Blick auf den Tod vor. Oder besser gesagt ist es nicht mehr die Sorge um den Tod, die den Autor umtreibt, sondern die Angst vor den Schmerzen des Sterbens. Denn Schmerzen und körperliche Malaisen sind es, die ihm in den Jahren seit seinen ersten Essais vermehrt das Leben schwergemacht haben. Aus dem spekulativen Denker über die Angst vor dem Tod ist gewissermaßen der Empiriker der Schmerzen geworden. Man könnte auch sagen: Im Denken über Tod und Sterben ist Montaigne vom Philosophen zum Soziologen geworden.
Matthias Hoffmann, seinerseits Soziologe, zeichnet diesen Denkweg Montaignes nach und zeigt die ungemeine Aktualität dieses großen Geistes des 16.Jahrhundert für die Todes- und Sterbeproblematik unserer Gegenwart auf. In einer aktuellen Umfrage sagen 60% der Menschen, dass sie sich vor dem Sterben fürchten, aber nur 6% der Befragten vor dem Tod."
Musik: Christof Thewes Modern Chamber Ensemble
29.01.10, 20 Uhr: Der Vortrag von Prof. Dr. Claus-Michael Lehr musste leider entfallen, wird aber nachgeholt! Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Christof Thewes Quartett
["Nanopartikel: The good, the bad and the ugly – Risiken und Chancen der Nanotechnologie, insbesondere für bessere Medikamente" Prof. Dr. Claus-Michael Lehr
Nanopartikel sind Strukturen in der Größenordnung weniger Millionstel eines Millimeters (10-9m). Abgesehen davon, dass sog. Ultra-Feinstäube auch unbeabsichtigt bei natürlichen oder technischen Prozessen entstehen können (z.B. bei Vulkanausbrüchen, beim Schweißen, aber auch in der Meeresbrandung) und schon immer entstanden sind, ist es neuerdings auch möglich Partikel und Strukturen in dieser Dimension gezielt herzustellen. Erste Produkte der sog .Nanotechnologie sind bereits auf dem Markt, mit durchaus nützlichen, teilweise verblüffenden Eigenschaften, wie z.B. selbstreinigende Oberflächen oder besonders leichte Fahrradrahmen oder Tennisschläger. Auch Visionen wie z.B. Autos mit Brennstoffzellen oder ein Weltraumaufzug könnten vielleicht schon bald Wirklichkeit werden. Wichtige Fortschritte erhofft man sich von der sog. Nanomedizin bei der Entwicklung neuer Medikamente, z.B. zur Behandlung von Krebserkrankungen oder für die sog. Gen-Therapie. Ebenso wie zuvor die Kern-, Gen- und Informationstechnologie ist die Nanotechnologie dabei, ein neues Zeitalter einzuleiten. Dabei müssen auch mögliche Risiken für Mensch und Umwelt bedacht und rechtzeitig wissenschaftlich untersucht werden. Die gesellschaftliche Debatte sollte jedoch mit Sachkenntnis geführt werden, um einerseits negative Auswirkungen zu vermeiden aber andererseits die sich bietenden Chancen für Technik, Wirtschaft und die Gesundheit des Menschen nicht zu verpassen.
Claus-Michael Lehr ist Professor für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie an der Universität des Saarlandes sowie Leiter der Abteilung “Drug Delivery“ am neu gegründeten Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS). Nach seiner Promotion 1991 in Leiden (Niederlande) und Post-Doktorat in Los Angeles (USA) war er zunächst Professor in Marburg, ehe er 1995 den Ruf nach Saarbrücken annahm. Schwerpunkt seiner Forschung sind Biologische Barrieren, wie z.B. die Darmwand, die Haut, oder die Lunge, welche zunächst zu überwinden sind, damit Medikamente den Ort ihrer Wirkung überhaupt erreichen können.] 19.12.09, 20 Uhr "DARSTELLUNG II 69/09" Text, Stimme: Alfred Gulden Musik: Christof Thewes Tausend Wörter, von Alfred Gulden 1969 aufgelistet von A-Z als seine damaligen HAUPTWÖRTER sind heute, 2009, Auslöser für Erinnerungen an Ereignisse, Personen, Zitate, Anekdoten , Bücher, Filme, Lustiges, Trauriges, Tragisches, Komisches , werden aber auch auseinandergenommen, neu zusammengesetzt, rhythmisch, melodisch, dynamisch, also nach allen Regeln der Kunst benutzt: Wörter wie Noten... Leibhaftig und augenblicklich entwickelt er daraus mit Christof Thewes und seiner Musik ein Erzählgarn, entsteht ein Gewebe aus Wörtern, Stimme, Geräuschen, Melodien, Klängen. Diese Wörter sind aber nicht nur zu hören, sie sind auch sichtbar, füllen den Raum aus, Wände, Decke, Boden: Ein Wortraum, in dem die Akteure sich bewegen, sich ausdrücken. Mitwirkende: Alfred Gulden: Text/Stimme Christof Thewes: Posaune/Komposition. Martin "Schmiddi" Schmidt: Mandoline Hartmut Oßwald: Bassklarinette Pascale Demy & Gernot Meiser: Visualisierung Vortrag: "Alkohol & Moderne" (Matthias Hoffmann, Soziologe) Nach dem Alkohol als Kulturgetränk, nach erlesenen Gaumenfreuden bei Nobelweinverkostungen und der Soziologie des (Alkohol-) Geschmacks, nach sozialstrukturellen Zusammenhängen zwischen Geschmack und sozialer Position und ähnlichen überaus interessanten Aspekten fragt der Vortrag lediglich sekundär. Im Zentrum stehen an diesem Abend vielmehr die komplexen Zusammenhänge zwischen den Anforderungen, die an den Menschen der abendländischen Moderne gestellt sind, und dem exzessiven Konsum von Alkohol, vulgo: dem Suff. "Gesoffen" wurde wahrscheinlich immer schon seit es den Alkohol als Rauschmittel gibt. Aber erst in der Moderne sind die (potentiellen) Folgen der Trunksucht erst wirklich verheerend geworden. Dabei ist nicht die endemische Ausbreitung der Volkskrankheit "Alkoholismus" gemeint, sondern gemeint sind die Folgen des Alkohols für die Selbstkontrollpotentiale des Einzelnen, die für die Moderne eine unverzichtbare Bedingung darstellen. Die Situation des modernen Menschen gleicht derjenigen der Meise in Robert Gernhardts "Folgen der Trunksucht":
"Seht sie an die Meise Trinkt sie, baut sie Scheiße. Da! Grad rauscht ihr drittes Ei Wieder voll am Nest vorbei"
Der Frage, was es heißt, in der Moderne im Suff ein "Ei am Nest vorbeirauschen" zu lassen, geht der Soziologe Matthias Hoffmann in seinem Vortrag (mitunter humorvoll und mit gelegentlichem Rückgriff auf eigen-empirische Erfahrungsdaten) nach. Musik: Herzog-Oberg-Prätzlich-Thewes-Quartett 10.10.09, 20 Uhr
Vortrag: "Ich esse Deine Suppe nicht! - Über gestörtes Essen." - Teil II (Burkhard Ullrich, Psychoanalytiker) Musik: Undertone Project (in neuer Besetzung): Dirk Peter Kölsch (Drums), Hartmut Oßwald (Sax), Martina Schmidt (Bass), Christof Thewes (Posaune, Komposition) 25.09.09, 20 Uhr Vortrag: "Ich esse Deine Suppe nicht! - Über gestörtes Essen." (Burkhard Ullrich, Psychologe) Musik: Modern Chamber Trio: Kammermusik mit Claudia Hahn (Flöte), Julien Blondel (Cello), Christof Thewes (Posaune, Komposition) 12. Juli 2009: Das Spielraum-Festival 
Vorträge-Musik-Film: Der Spielraum Tag Seit 2007 finden im „Spielraum“ in Schiffweiler regelmäßig Veranstaltungen statt. In ihrer charakteristischen Verbindung aus Vorträgen wechselnder Gäste und zeitgenössischer Musik, interpretiert von Mitgliedern des Modern Chamber Ensemble (Leitung : Christof Thewes) sowie namhaften Gastsolisten aus der europäischen ''Neue Musik ''-, Experimental-Jazz- und Avantgarde-Pop-Szene, hat diese Veranstaltungsreihe seither dichte und spannungsgeladene Abende präsentiert. Am 12.Juli 2009 ab 11:00 Uhr präsentiert der Spielraum zum ersten Mal einen kompletten Veranstaltungs-TAG. Prallgefüllt mit allem, was die Spielraumveranstaltungen auszeichnet: Musik, Kunst, Literatur, Wissenschaft, kurze Beiträge, je für sich und natürlich auch im Wechselspiel miteinander. Querverbindungen entstehen im engen Nacheinander der Beiträge. Das Ganze, das mehr ist als die Summe seiner Teile, wird in der Dichte des Tages hochwahrscheinlich. Alles, was ist, braucht Raum. Aber alles, was ist, braucht auch eine körperliche Basis: Für Speis und Trank ist daher bestens gesorgt. 16.05.09: Vortrag: Dirk Forster - Musik: Modern Chamber Ensemble Ein Abend über Computerspiele im Spielraum? Ein Abend über Spielräume im Spielraum! Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der digitalen Welten. In den Boulevardmedien sind Computerspiele dennoch bislang kaum mehr als nur ein neues Medium, dem man die Schuld an der Vorrohung und Verdummung der Jugend gibt. Damit reihen sich die digitalen Spiele in eine illustre Gesellschaft ein: Jazz, Rockmusik, Comics, der Film, der Roman, das Theater und die Schrift, selbst das Lesen als solches waren wegen ihres angeblich schädlichen Einfluß auf junge Menschen in der Kritik. Warum gerade eine digitalisierte Form des Spielens derart massiv in die Kritik gerät, verwundert angesichts einer herrschenden protestantischen Arbeitsethik nicht. Dirk Forster, Medientrainer und selbst aktiver Spieler, zeigt an diesem Abend, was /Spiel/ eigentlich ist, warum die Ambivalenz zwischen Schund und Kultur beim digitalen Spiel so groß ist, und dass die ersten Computerspiele tatsächlich "Trash" waren. Er erzählt von vergangenen Evolutionen und Revolutionen in der digitalen Welt und von denen, die uns noch bevorstehen, vom Unterschied zwischen virtueller Realität und digitalen Spielwelten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den persistenten Welten: Spielwelten, die auch dann noch Bestand haben, wenn der Spieler sie längst verlassen hat. Was in diesen Welten geschieht, hat enormen Einfluß auf unsere reale Welt: sozial, politisch und ökonomisch. Über den Referenten:
Dirk Forster studierte Soziale Arbeit und Sozialpädagogik in Mönchengladbach und Saarbrücken. Er arbeitete u.a. als freier Referent mit dem Themenschwerpunkt "Neue Medien" und als Medientrainer für verschiedene Träger. 2007 war er Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins "LogOut e.V.", der sich aktiv für Präventionsprojekte im Bereich der Onlinespielsucht einsetzt und Informationsveranstaltungen für Pädagogen und Eltern zum Thema Computerspiele veranstaltet. 3. April 2009: Hans Husel im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Ingeborg Besch, Musik: Duo Thewes-Östreich …Zur künstlerischen Vorgehensweise Husels gehört also (häufig) Sprache, gehören Bildtitel, mit denen er die von ihm entworfenen Sachverhalte sozusagen beim Wort nimmt und phonetisch bebildert. … … Hans Husel wäre indes nicht der vertraut schöngeistige Grantler mit schmerzhafter Welt- und Weitsicht, ginge es ihm dabei nur um die schnelle Spaßnummer – da lässt sich vielmehr jemand ein auf den Spagat von Sprache und Bedeutung und verbindet dabei verschiedene Lager der klassischen Kunstgeschichte. … ... Bereits die Expressionisten & Kubisten setzten in ihren Collagen und Demontagen auf die Interferenz von Bild- und Sprach-Modulen. Seit Duchamp hat sich der Wirklichkeitsanspruch der Kunst radikal verändert. Das ready made als nicht eigens geschaffenes, sondern vom Künstler als Kunstwerk erkanntes und verteidigtes Objekt alltäglichen Umganges genießt längst öffentliche Reputation. Schrittsicher bewegt sich Hans Husel auch in der Rolle eines postumen Dadaisten, der Sinn findet im Konjugieren des scheinbar Sinnentleerten. Mit der ihm eigenen peinlichen Sorgfalt widmet er sich der Aufgabe als todernster Gedanken-Spieler, und es ist vielleicht kein Zufall, dass sein Spielzeug etwas ziemlich Unbestechliches ist: ein Maßstab eben. … … Dass Husels Absage an den Autorenkult eine ähnliche Subversionsstrategie verfolgt, ist eine Art Gütezeichen seiner Kunst des allgegenwärtigen Zweifels. Sowas passiert , wenn einer dem Absolutheitsanspruch von Menschenwerken zutiefst misstraut. Und der Kunst sowieso. … … . In der jüngeren Kunstgeschichte finden sich Beispiele für die Rolle des habituellen Spötters bei den Künstlerkollegen von Fluxus und beim Belgier Broodthaers, auch in Polkes, Kippenbergers und Herolds Arbeiten aus den 80er Jahren, die ihre ironischen Pointen häufiger aus dem Aufspüren des Banalen formulierten. Dieser Generation aus der Köln-Düsseldorfer Kunstszene stand Hans Husel seinerzeit nahe. Seine konzeptuellen Projekte jener Epoche mit Sprachvexierbildern, in denen Texte visualisiert und Buchstaben als plastische Bedeutungsträger verhandelt werden – sie sind heute zeitgeistiger Restbestand eines wohl kollektiven künstlerischen Anliegens. In verblüffend mentaler Wahlverwandtschaft findet sich auch der Hannoveraner Timm Ullrichs: beide setzen ihre wortakrobatischen Realitätsbefragungen in Szene und beackern sichtlich lustvoll das weite Feld der Sprachmutationen. Kunst ist Leben. Leben ist Kunst. (Auszüge aus dem Katalog "Meterware - Metaware" von Ingeborg Koch- Haag, Kunsthistorikerin) ... Wenn ein Vertreter der Konzept- wie Objektkunst zwischen Dada, Duchamp und Spontisprüchen in die Jahre kommt, dann schrumpft das Wortspiel zum Kalauer. ... Dann regiert der ranzige Altherrenhumor, bei dem der Wunsch Vater des Gedankens scheint: "Messlatte", der Mega-Penis mit einem Metermaß nachgebaut, kehrt heim in die Niederung des sinnverweigernden, antiautoritären Sprachwitzes ... heute längst zahnlos geworden ... den Schleim der Werbesprache saugt ... ist bester Alt-68-Muff ... maßstabsgetreue Bastelstunde ... der handgedrechselte Sprachwitz ... Protest als Sinnverweigerung, der Allgemeinplatz des Querdenkers entlarvt sich auch hier als die Simulation des Protestes, denn Querdenken geht nur im System. So bleibt alles eine "Opa-rette". (Auszüge aus der Ausstellungsbesprechung in der "Saarbrücker Zeitung" von Sabine Graf)
Zwischen Improvisation und ausgefeilter Komposition agieren Rudi Mahall (Bassklarinette) und Christof Thewes (Posaune) leidenschaftlich mit freiem Geist auf hohem instrumentalem und energetischem Niveau, undogmatisch und der Unendlichkeit des Augenblicks verpflichtet. Zurzeit nehmen sie ihre neue CD "null depri negativ" auf. Der Jazzposaunist Christof Thewes ist hierzulande bestens bekannt durch zahlreiche Formationen, durch seine eigenwillige Weiterentwicklung der Klangmöglichkeiten seines Instrumentes und durch sein Wirken als Komponist, welches er auf nationaler und internationaler Bühne unter Beweis gestellt hat. Rudi Mahall hat sich nach dem Studium der klassischen Bassklarinette der Jazz-Avantgarde zugewandt. Er arbeitet auf internationalem Niveau. Zu den Band-Zusammenhängen, an welchen er beteiligt war oder noch ist, gehören die Avantgardeband /Die Hartmann 8/, Der Rote Bereich, das Trio /Tiefe töne für Augen und Ohren/ (mit Sievert und Bill Elgart), Carlos Bicas /Azul/ sowie /Die Enttäuschung/ (mit u.a. Axel Dörner, Jan Roder). Er war an mehreren Projekten und CDs mit Aki Takase beteiligt (u.a. über Eric Dolphy) und hat an Alexander von Schlippenbachs Gesamteinspielung von Thelonious Monk und dem Globe Unity Orchestra mitgewirkt. Darüber hinaus gab er Konzerte mit Conny Bauer, Lee Konitz, Barry Guy, Karl Berger, Paul Lovens, Sven-Åke Johansson, Radu Malfatti, Ed Schuller, Ray Anderson, Kenny Wheeler, Hannes Bauer und vielen anderen. Mahall ist beim Free Music Festival Jazz a Mulhouse aufgetreten, beim Moers Festival, beim JazzFest Berlin, den Leverkusener Jazztagen und bei Jazzfestivals in New York City, Amsterdam, München, Würzburg, Nürnberg, und hat Tourneen durch Portugal, Süd- und Ostafrika absolviert. Christof Thewes und Rudi Mahall spielen seit 1999 in unterschiedlichen Besetzungen -- Duo, Trio, Quartett -- zusammen, veröffentlichten in der Zeit eine CD (Jazzhausmusic Nr. 122) und spielten in Clubs und auf Festivals (Akutfestival Mainz, Urban Sounds Köln uva.). Beide sind Mitglieder des "globe unity orchesters." 30.01.09 Der Vortrag: "Charisma - Eine soziologische Kategorie": Kaum eine soziologische Kategorie wird im öffentlichen Raum so häufig gebraucht wie die des "Charisma". Man denke nur an den gerade gewählten US-Präsidenten: Kaum ein Artikel über ihn, in dem nicht auf sein "charismatisches" Wesen hingewiesen worden wäre. Gleichzeitig aber ist die Mahnung zu hören, in ihm nicht einen "charismatischen Heilsbringer" zu sehen. Solcherlei Erwartungen seien unerfüllbar. Aber wie hängen Charisma und Erwartungen, soziologisch betrachtet, eigentlich zusammen? Kaum eine andere soziologische Kategorie hat allerdings auch schon für soviel Ärger und Polemik in der Politik gesorgt als eben die des "Charisma". Noch jüngst schlugen die Wellen der Empörung hoch, als Oskar Lafontaine von Altkanzler Schmidt mit Adolf Hitler verglichen wurde: Beide seien "charismatische Redner". Im Sinne der soziologischen Bedeutung des Begriffs ist an dieser Aussage allerdings eigentlich nichts zu kritisieren. Um aber jeder Empörung vorzubeugen und um Missverständnisse dieser so oft instrumentalisierten Kategorie zu klären, sind Sie herzlich zu einem Vortrag des Soziologen Matthias Hoffmann eingeladen, der diesen und anderen Fragen nachgehen wird. Die Musik: Das ChristofThewes Quintett feat. Sabine Noss spielt Stücke von Charles Mingus und anderes. 22. Februar 2009 Uraufführung "Das Ding Erinnerung": Der Film: Uraufführung von Alfred Guldens Film "Das Ding Erinnerung": Was wären wir - ohne unsere Erinnerungen...Musikfilm? Das Ding Erinnerung: Der erste Film aus der Reihe "Zyklus", der die Zusammenarbeit zwischen Alfred Gulden und Christof Thewes, zwischen Wort und Musik mit filmischen Mitteln zu zeigen versucht. Es soll weder Filmmusik sein noch ein Video-Clip, sondern eine Form, Musik auch optisch erlebbar zu machen. Ein Experiment für Augen und Ohren. Der Gedichtszyklus "Das Ding Erinnerung" von Alfred Gulden in der Vertonung von Christof Thewes wird hier in eine neue Form gebracht. Zu Idee und Dreharbeiten wird Alfred Gulden am Abend einführend erzählen. Die Musik: Im zweiten Teil des Abends spielt das „Modern Chamber Ensemble“ das längere Stück "Der Prophet geht" von Christof Thewes. 

 
|