Rückblick


Freitag 24. Mai 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Ingeborg Besch: "POP ART"

Lacy Pool


Vortrag: Ingeborg Besch (Kunsthistorikerin)

"POP ART"
popular art - beliebte Kunst - populäre Kunst - Volkskunst

Mit Recht fällt uns zu Volkskunst eher die Bauernmalerei in Oberbayern oder die Hinterglasmalerei aus Oberammergau ein. Aber was heißt pop? Als Abkürzung von popular nichts anderes als volkstümlich.
In den Nachkriegsjahren kam nach Europa aus den USA der abstrakte Expressionismus. Jackson Pollock tobt und tanzt und springt auf Leinwänden mit Pinseln bewaffnet und hinterlässt Spuren, die der Mensch anschaut und den Kopf schief legt. Nun gab es Künstler in den 1950er Jahren, zunächst in Großbritanien, die sich eine berechtigte Frage stellten und daraus ihre Aufgabe ableiteten: Wo ist die alltägliche Lebenswirklichkeit der Menschen in der Kunst der Jetztzeit? In allen Jahrhunderten finden wir in Kunstwerken Hinweise auf die Lebensart der Menschen.
Also gingen sie hin und spürten die Koordinaten der Gesellschaft der 1950er und 1960er Jahre auf, sie fanden das wesentlich Neue dieser Nachkriegsgesellschaft und machten es zum Sujet. Und so war das "Volk" wieder im Kunstwerk: mit all seinen Licht und Schattenseiten!



Musik: Lacy Pool


Christof Thewes - Posaune
Michael Griener - Drums
Uwe Oberg - Piano

LACY POOL entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit des Pianisten Uwe Oberg (Wiesbaden) mit dem Posaunisten Christof Thewes (Saarbrücken) und erkundet im Trio mit dem Berliner Schlagzeuger Michael Griener die Stilvielfalt in Steve Lacys Musik.
Augenzwinkern, große Ohren und Lust am Experiment vereinigt dieses ungewöhnlich besetzte Trio im Geiste Lacys.

aus den liner notes:
Lacy Pool findet in jedem Moment neue, aufregende Formen des Ausdrucks in Lacys natürlich fließender, wenn auch kurioser Logik. Die Persönlichkeit der Spieler ersetzt diejenige Lacys, und verändert so unsere Hör-Wahrnehmung - wie es auch sein sollte.
Lacys Songs mögen die Musiker inspiriert haben, aber hier sind die Musiker der Song geworden. ART LANGE, CHICAGO, December 2008





Samstag 27. April 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Burkhard Ullrich: "Über die Wirklichkeit des Träumens"

Thewes/Oestreich feat. Uli Partheil (piano)


Vortrag: Burkhard Ullrich

"Über die Wirklichkeit des Träumens"

„Träume sind Schäume“; „.... was hab‘ ich heut‘ Nacht wieder für’n Mist geträumt“; „Träum‘ nicht Dein Leben, leb‘ Deine Träume!“ Träume haben Menschen zu allen Zeiten beschäftigt, sie faszinieren uns, beunruhigen uns, erscheinen uns unsinnig ... und: Sie sind real, wie jeder von uns nächtens an sich selbst erfahren kann. Die Möglichkeiten, mit dieser Realität umzugehen, sind so vielfältig wie die Träumenden selbst.
Sollten Sie Antworten auf die Frage erwarten „Was bedeutet es, wenn ich XY träume?“, werden Sie von dem Vortrag enttäuscht sein, aber auch erfahren, warum es darauf keine Antwort in einem öffentlichen Vortrag gibt. Der Psychoanalyse und dem Referenten geht es um „Eine Wissenschaft des Träumens“ (so ein Buchtitel von Annette Meyhöfer), die im Traum die „via regia“ (den Königsweg; FREUD) zum Unbewußten sieht.
Der Vortrag wird Sigmund FREUDs Jahrhundertwerk „Die Traumdeutung“ (1900) zum Ausgangspunkt nehmen, um über die Funktion des Träumens, das Verhältnis von Schlafen und Träumen, die Verwendung von Träumen im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungen u.a nachzudenken. Dabei werden nicht nur psychoanalytische Konzepte, sondern auch historische Recherchen, Ergebnisse aus der Schlaf-Traum-Forschung und den Neurowissenschaften kursorisch referiert.

Burkhard Ullrich ist als Psychoanalytiker und Psychotherapeut in eigener Praxis in Neunkirchen niedergelassen. Er ist Diplom-Psychologe und hat seine psychoanalytische Ausbildung am SIPP (Saarländisches Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie) abgeschlossen, wo er heute im Vorstand mitarbeitet. Zuvor langjährige wissenschaftliche Tätigkeit am Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Universität des Saarlandes und am Lehrstuhl für Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Universitätsklinikums Homburg/Saar, zwischenzeitlich auch an der Forschungsstelle für Psychotherapie in Stuttgart.
Im Nebenberuf ist Burkhard Ullrich Vorsitzender des Spielraum e.V. und regelmäßigen Besuchern als Interviewer und Conferencier bekannt.



Musik: Thewes/Oestreich feat. Uli Partheil (piano)


Christof Thewes - Posaune
Jan Oestreich - Bass
Uli Partheil - Piano

Seit Jahren spielen Christof Thewes und Jan Oestreich in verschiedenen Besetzungen zusammen(am bekanntesten ist wohl ihr ''Mingus -Quintett'' ). In diesen Jahren erarbeiteten sie sich auch ein Duoprogramm,das auf der CD ''10 Stücke'' bei Gligg Records dokumentiert ist .
An diesem Abend gibt es nun eine Premiere mit dem Darmstädter Pianisten Uli Partheil.

Uli Partheil
Der Pianist und Komponist Uli Partheil wurde 1968 in
Darmstadt geboren. Nach einer klassischen Grundausbildung an der Akademie für Tonkunst/ Darmstadt, bei Peter Schmalfuss und Jürgen Sörup, folgte ein Jazz-Piano Studium bei Joerg Reiter, sowie ein Kompositions-Arrangement Studium bei Bernd Rabe und Jürgen Friedrich, an der Musikhochschule Heidelberg -Mannheim. Partheil arbeitete seit Beginn der 90er Jahre mit Jürgen Wuchner, Matthias Schubert, Janusz Stefanski, Ack van Rooyen, Rudi Mahall, Daniel Guggenheim, Alan Jacobson,Thomas Siffling,
dem Wiener Kronenbräu Orchester dem Palatina Swing Orchestra der Mannheim Jazz Big-Band und vielen anderen zusammen. Ausserdem ist er immer wieder als Dozent für den Workshop „Darmstädter Jazz-Conceptions“ tätig.

Im Jahr 2002 wurde Partheil für die Teilnahme am Concours Martial Solal in Paris, dem wichtigsten europäischen Wettbewerb für Nachwuchs-Jazzpianisten, nominiert. Im Jahr 2008 Jahr erhält Uli Partheil den Darmstädter Musikpreis.
"Der diesjährige Empfänger des Musikpreises verkörpert musikalische Weltläufigkeit und Roots wie wenige andere." Dr. Wolfram Knauer, Jazzinstitut
Die Musik von Uli Partheil ist geprägt durch Offenheit für verschiedenste Atmosphären, Klarheit und Schlichtheit auf der einen, sowie Spannungsreichtum und Sperrigkeit auf der anderen Seite.









Samstag 23. März 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Dr. Wolfram Knauer: "Wie sieht das Solo wohl von hinten aus?"

gutter music


Vortrag: Dr. Wolfram Knauer

"Wie sieht das Solo wohl von hinten aus?"
Ein Blick auf die räumlichen Aspekte von Musik

Musik ist scheinbar eine flüchtige Kunst: kaum erklungen, schon verklungen. Wolfram Knauer wirft einen Blick auf das "skulpturale" Moment von Musik, schaut dabei aber nicht etwa auf Klangskulpturen (die es in der Bildenden Kunst ja auch gibt), sondern fragt, wie Musik mit dem Raum umgeht, in dem sie erklingt und in dem sich die Ausübenden und die Hörer befinden. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Jazz. Jazzmusiker hatten immer ein besonderes Verhältnis zum Raum, in dem sie spielen, zur Akustik, zur Atmosphäre und zur Nutzung des Raums. Ob in der Dance Hall, im Nightclub, im Konzertsaal, oder beim Openair-Festival – der Jazz lebt neben all seinen klanglichen Facetten auch vom Spiel mit der Räumlichkeit, in der er stattfindet. Der Raum aber ist natürlich nichts anderes als die Hülle, die den Klang umgibt und ihn zum Hörer transportiert; der Raum ist quasi der Quader, aus dem der Musiker seine klangliche Gestalt hämmert. Wie dies geschieht und wie man um Jazzsoli herumgehen kann wie um eine Skulptur, erklärt Knauer anhand einiger verblüffender Musik- und Filmbeispiele.

Wolfram Knauer leitet seit 1990 das Jazzinstitut Darmstadt, lehrte daneben an mehreren deutschen Hochschulen und Universitäten. Er ist Herausgeber der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung, sitzt im Herausgebergremium der internationalen Fachzeitschrift Jazz Perspectives und ist Autor etlicher wissenschaftlicher Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften. Im Frühjahr 2008 lehrte er als erster nicht-amerikanischer Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University in New York.



Musik: Gutter Music

Die legendäre Rhein-Main-Saar Connection zu Gast im Spielraum


Christof Thewes - Posaune
Daniel Schmitz - Trompete
Thomas Honecker - Gitarre
Jürgen Wuchner - Bass
Daniel Prätzlich - Drums






Samstag 23. Februar 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Alfred Gulden: Dreimal Amerika/USA (mit Film)

Phase IV: Southwest

Vortrag: Alfred Gulden

"Dreimal Amerika/USA"

es tut weh/ es tut gut/ diese Reise zu machen
it hurts me/ it does me good/ to take this trip
aus “Greyhound”

Dreimal Amerika/USA, das heißt einmal: FILM ( „A Coney Island of my heart. Eine Geschichte in New York“), dann LESUNG ( aus dem Roman „Greyhound“, den Erzählungen „Silvertowers“ und Gedichten „Suedwest“) und MUSIK von Phase IV: „Southwest. Songs“



Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Phase IV

Heute werden die neuesten Songs aus ihrem Projekt  ''Southwest'' mit Texten von Alfred Gulden vorgestellt.

Independent Jazz

sabine noß - voice
jan oestreich- bass
hartmut oßwald - bassklarinette
martial frenzel- schlagwerk
christof thewes - trombone,komposition






Samstag 26. Januar 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Katharina Messinger: Grundeinkommen

Undertone Trio: Schwarz und Weiß

Vortrag: Katharina Messinger

"Der lange Weg zu sozialer Gerechtigkeit - Alternative Grundeinkommen?"

Die Idee sozialer Gerechtigkeit, von Chancengleichheit und einem guten Leben für alle Menschen treibt Philosophen, Politiker, Künstler, Wissenschaftler und auch Ökonomen seit vielen Jahren an. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es überall in Europa Versuche, eine alternative Idee von Verteilungsgerechtigkeit zu entwerfen. Im weltweiten Basic Income Earth Network diskutieren Wissenschaftler und NGOs gemeinsam Modelle eines Grundeinkommens in den verschiedensten Spielarten, ein brasilianischer Senator verteilt Comics, um das in seiner Heimat in der Verfassung verankerte Grundeinkommen bekannt zu machen. In Deutschland hat inzwischen fast jede politische Partei das Thema zumindest als wichtig für die Diskussion im Bundestagswahlkamp erklärt. Doch woher kommt die Idee eigentlich - und kann sie funktionieren?

Katharina Messinger studierte Anglistik und Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und unterrichtet heute am Illtal-Gymnasium Illingen. Sie ist Mitglied im Netzwerk Grundeinkommen und Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für politische Bildung Saar.


Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Undertone Trio

Neues Programm: "Schwarz und Weiß"


  • Christof Thewes - Posaune
  • Hartmut Oßwald - Bassklarinette
  • Martin Schmidt -  Mandoline






Samstag 15. Dezember 2012, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Prof. em. Dr. Alois Hahn

Modern Chamber Ensemble feat. Phase IV - pain songs

Vortrag: Prof. em. Dr. Alois Hahn (Soziologe)

"Zur Soziologie der Freundschaft"

Der Soziologe Prof. Alois Hahn wird in seinem Vortrag der Frage nach gehen, welchen Stellenwert "Freundschaft" in unserer Gesellschaft - und das heißt in der Moderne -  noch hat. Hat sie überhaupt noch einen eigenständigen, sie von allen anderen Formen menschlicher Verbindung unterscheidenden Status oder werden die Funktionen, die Freundschaft einmal hatte, heute von anderen institutionellen Gebilden übernommen?


Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Phase IV - pain songs

  • Sabine Noss - vocals
  • Christof Thewes - trombone
  • Hartmut Oßwald - reeds
  • Martin Schmidt - electric mandolin
  • Martial Frenzel - drums
  • Jörg Aatz - bluesharp





Mittwoch 5. Dezember 2012, 20:00 Uhr

Sonderveranstaltung

Eintritt: 10 Euro (6 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Schlippenbach Trio - "Winterreise"

Alexander von Schlippenbach - Piano
Evan Parker - Saxophon
Paul Lovens - Drums

und

Undertone Trio
Christof Thewes - Posaune
Hartmut Oßwald - Reeds
Martin Schmidt - Mandoline



Free Jazz vom Feinsten mit dem Schlippenbach Trio

Der Spielraum e.V. bietet am 5. Dezember im Spielraumstudio Heiligenwald zusammen mit gligg records einen adventlichen Leckerbissen: Das legendäre Schlippenbach Trio: Alexander von Schlippenbach (Piano), Evan Parker (Saxophon) und Paul Lovens (Schlagzeug). Das Free Jazz Trio prägt die Stilrichtung in Europa durch seine internationalen Auftritte seit über 40 Jahren.

Alexander von Schlippenbach zählt seit den 1960er Jahren zweifelsohne zu den wichtigsten Erscheinungen des europäischen Free Jazz. Mit dem von ihm 1966 gegründeten Globe Unity Orchestra bespielt er bis heute internationale Konzertsäle. In den späten 80-er Jahren gründete er das Berlin Contemporary Jazz Orchestra mit Größen des Avantgarde-Jazz wie Evan Parker, Paul Lovens, Kenny Wheeler, Misha Mengelberg und Aki Takase. Im Rahmen des Projektes "Monks Casino" bearbeitete er zusammen mit Axel Dörner, Uli Jennessen, Rudi Mahall und Jan Roder - letztere ebenfalls bekannte Spielraum- und gligg-records Künstler - das Gesamtwerk von Thelonius Monk. Alexander von Schlippenbach erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1976 den Kunstpreis der Stadt Berlin, 1980/1981 den Schallplattenpreis der Union Deutscher Jazzmusiker und 1994 den den "Albert Mangelsdorff Preis".





Samstag 24. November 2012, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

- Der Spielraum feiert seine 50. Veranstaltung

- Christof Thewes Octet



Christof Thewes Octet

HYPERIONGESÄNGE

wie wir alle wissen war Hölderlin ein grosser Freejazzfan,was er nach  seiner ''Hälfte des Lebens'' exzessiv in dem Jazzclub  ''Hölderlinturm'' auslebte.Kurz vor Ableben  rief  er ,den Kopf mutig den Göttern trotzend gen Himmel gewand ''....More Noise,More Noise.....''

Diesem Wunsch Hölderlins kommt das C.Thewes Octet mit Karacho nach, mit Musikern ,die nicht klein beigeben.Frei nach Hyperion's Motto:Non coerceri maximo,contineri minimo ,divinum est.(vom Größten nicht gebändigt,doch im Kleinsten zu hause sein)

Daniel Schmitz -Trompete
Hartmut Oßwald-Saxophon
Geoffroy Mueller-trompete,Dinge
Christof Thewes-Posaune,Komposition
Chris Klein-Gitarre
Martin ''Schmiddi'' Schmidt-Elektromandoline
Jan Oestreich-Kontrabass
Martial Frenzel -Schlagzeug



Der Spielraum feiert seine 50. Veranstaltung...und Sie sind eingeladen, mitzufeiern


Alexander Schaffer, unser "Hausphotograph", und Burkhard Ullrich werden Sie mit Bildern und Anekdoten durch die ersten 5 Jahre Spielraum geleiten. Wir sind gespannt!





Samstag 27. Oktober 2012, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Beginn: 20:00 h

Dr. Matthias Hoffmann - Eichmann und der kategorische Imperativ
Undertone Duo mit neuem Programm



Dr. Matthias Hoffmann

Littells Provokation - oder: Eichmann und der kategorische Imperativ

Wie soll man wissen, wie man handeln soll? Welcher Moral, welcher Ethik soll man folgen? Schaut man sich in der Welt und in der Geschichte um, scheint es, dass fast alles zu irgendeinem Zeitpunkt an irgendeinem Punkt der Welt einmal erlaubt, wenn nicht geboten war. Diese Unübersichtlichkeit meinte Kant mit seinem berühmten „kategorischen Imperativ“ überwunden zu haben.

In seinem – mit dem Prix Goncourt gekürten und extrem kontrovers diskutierten -  Roman „Die Wohlgesinnten“ lässt Jonathan Littell in einem fiktiven Dialog Adolf Eichmann eine perverse Interpretation von Kants Satz entwickeln: Lässt sich der kategorische Imperativ so deuten, dass er auch die Verbrechen der Nazis legitimieren kann?

Dieser überaus beunruhigenden Provokation will der Vortrag von Dr. Matthias Hoffmann aus soziologischer und sozialpsychologischer Sicht nachgehen.


Undertone Duo

Grotesques - 10 Stücke für Mandoline und Posaune (komp.: Ch. Thewes)

Christof Thewes - Posaune
Martin Schmiddi Schmidt - Mandoline



Samstag 29. September 2012, 20:00 Uhr

Eintritt: 10 Euro (6 Euro erm.)

Alexander von Schlippenbach


Doppelkonzert: Solo + Quartett


Urgestein des europäischen Free Jazz

Der Spielraum e.V. freut sich sehr, sein Herbst Programm 2012 mit einem ganz besonderen Konzert beginnen zu können: Zusammen mit gligg records ist es uns gelungen, den weltberühmte Free Jazz Pianist Alexander von Schlippenbach für den 29. September in unser Spielraum Studio Heiligenwald einzuladen. Er wird sowohl Solo als auch in einer Quartett Besetzung zusammen mit dem Undertone Trio auftreten. Alexander von Schlippenbach  zählt seit den 1960er Jahren zweifelsohne zu den wichtigsten Erscheinungen des europäischen Free Jazz. Mit dem von ihm 1966 gegründeten Globe Unity Orchestra bespielt er bis heute internationale Konzertsäle. In den späten 80-er Jahren gründete er das Berlin Contemporary Jazz Orchestra mit Größen des Avantgarde-Jazz wie Evan Parker, Paul Lovens, Kenny Wheeler, Misha Mengelberg und Aki Takase. Im Rahmen des Projektes "Monks Casino" bearbeitete er zusammen mit Axel Dörner, Uli Jennessen, Rudi Mahall und Jan Roder -letztere ebenfalls bekannte Spielraum und gligg records Künstler- das Gesamtwerk von Thelonius Monk. Alexander von Schlippenbach erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1976 den Kunstpreis der Stadt Berlin, 1980/1981 den Schallplattenpreis der Union Deutscher Jazzmusiker und 1994 den den "Albert Mangelsdorff Preis.

1. Teil: Alexander von Schlippenbach Solo

2. Teil: Undertone Trio feat. A. v. Schlippenbach

Christof Thewes - Posaune
Hartmut Oßwald - Reeds
Martin Schmiddi Schmidt - Mandolinen
Alexander von Schlippenbach - Piano





Samstag 23. Juni 2012, 20:00 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Erster Jugendspielraum



Vortrag:

Sophia Honecker
Konsum - eine kritische Betrachtung

Essen, Kleider, Handy, Urlaub - wir konsumieren täglich, viel und gerne.
Doch alles was wir konsumieren hat Auswirkungen und Folgen - auf
Menschen, Natur und Umwelt. In ihrem Beitrag möchte Sophia einen
Einblick geben, was unser Konsumverhalten auslöst und warum es wichtig ist, es kritisch zu Hinterfragen.

Sophia Honecker (17), Schülerin, wohnt in Gräfenhausen. Sie ist
Sprecherin der Grünen Jugend Darmstadt, Mitglied des Bildungspräsidiums der Grünen Jugend und Koordinatorin des Fachforums Demokratie und Antirassismus.


Musik:

The West Side Gang
jazz'n roll musik


Paulina Ella Thewes - Gesang
Paul Baureis - Gitarre
Leo Baureis - Saxophon
Aaron Heinz - Posaune
Michael Eulenstein - Bass
Christof Thewes - Leitung

special guest: Martin Schmidt




Samstag 12. Mai 2012, ab 14:00 Uhr

Eintritt: 12 Euro (6 Euro erm.)

4. Spielraumtag

Musik, Vorträge und Filme zum Thema Surrealismus



Vortragende:

Dr. Matthias Hoffmann (Soziologe)
"Schwarzer Humor": Der Humor des Surrealismus

Burkhard Ullrich (Psychoanalytiker DGPT)
Sigmund Freud als Wegbereiter des Surrealismus

Dr. Ingeborg Besch (Kunsthistorikerin)
Von der "Écriture Automatique" zu Jackson Pollock

Alfred Gulden (Schriftsteller/Filmemacher)
Aus dem Zyklus "Herrn Ziselewskis Berechtigung" - Weltuntergangsphantasien eines Kolonialwarenhändlers

Musiker:

Jan Roder (Berlin): Bass
Michael Griener (Berlin): Drums
Olaf Rupp (Berlin): Gitarre
Uwe Oberg (Wiesbaden): Piano/
Stummfilmmusik
Julien Blondel: Cello
Claudia Hahn: Flöte
Angela Schäfer-Lösch: Gesang
Marion Wildegger: Gesang
Christof Thewes: Posaune
Martin Schmiddi Schmidt: Mandolinen/Bass
Jan Oestreich: Bass
Hartmut Oßwald: Reeds


Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Neunkirchen





Montag 30. April 2012, 20 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)

Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung

In zwei Versionen: Klavier solo und Undertone Project


Erinnerung: Samstag 12. Mai 2012 - Der 4. Spielraumtag zum Thema Surrealismus


Henrike von Heimburg


Henrike von Heimburg wurde in Lahr geboren und begann mit 3 Jahren das Klavierspiel. Bei „Jugend musiziert“ erzielte sie schon früh einige Preise, und konnte daher bei öffentlichen Konzerten mitwirken. Im Jahr 2000 gewann sie einen 2. Bundespreis und im Herbst 2010 gelang ihr der zweite Preis des „Walther-Gieseking“-Wettbewerbs in Saarbrücken.
Impulse für ihr Klavierspiel bekam sie von Leslie Howard (London), Marissa Somma (Bari), Tatevik Mokatsian, Eduard Brunner, Tanja Becker-Bender und Thomas Duis (Saarbrücken).
Im Winter 2003 nahm Henrike v. Heimburg ihr Studium an der Musikhochschule Würzburg bei Frau Enikö Török auf und beendete ihre pädagogische Ausbildung im Sommer 2008. Die Bekanntschaft mit dem italienischen Pianisten Fedele Antonicelli in dieser Zeit, wurde für sie ein künstlerischer Wendepunkt,- daraufhin wechselte sie an die Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken und studiert nun in der Klasse von Thomas Duis/ Fedele Antonicelli nach erfolgreich absolviertem Konzertexamen (mit Auszeichnung) im zweiten Aufbaustudiengang „Solistenklasse“.
Sie erhielt diverse Stipendien in Offenburg, Würzburg und Saarbrücken.

Henrike v. Heimburg wurde zum Internationalen Festival der Künste Capri und nach Berlin in die Saarlandvertretung eingeladen, sie konzertierte im Bachhaus Eisenach, und im Staatstheater Saarbrücken. Bei den Kammermusikwochen in Saarbrücken wirkt sie dieses Jahr zum dritten Mal in diversen Formationen mit u. A. bei Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“.  Im Mai 2011 spielte sie einige Werke von Olivier Messiaen (aus den „Vingt Regards sur l´enfant Jésu“) bei dem Festival „Mouvement“ der Stadt Saarbrücken, ebenso spielte sie bei der langen Nacht zu Ehren von Mauricio Kagel.
Das Werk „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski gehört seit vielen Jahren in das Konzertrepertoire von Henrike v. Heimburg und steht in engem Zusammenhang mit ihrer künstlerischen Entwicklung „..mit vielen musikalischen Höhepunkten gelang ihr eine sehr dynamische Interpretation.“(Saarbrücker Zeitung).
Mit dem Saarländischen Rundfunk entstanden mehrmalig Aufnahmen, unter anderem mit den Cellisten Isabel Gehweiler und auch Thomas Auner, der ihr fester Duo-Partner ist.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit widmet sie sich mit viel Freude dem Unterrichten.


Undertone Project

Christof Thewes zu "Bilder einer Ausstellung":

„Bilder einer Austellung“ wurde 1874 von Modest Mussorgski aus Anlass einer Ausstellung des befreundeten Architekten Hartmann in Petersburg als ein Zyklus aus Klavierstücken komponiert. Das gesamte Werk war unakademisch, originell und seiner Zeit in Harmonik, Melodik und Ausdrucksweise um Jahre voraus. 1922 wurde es von Maurice Ravel als Orchesterstück arrangiert und 1970 spielten Emerson, Lake and Palmer eine wuchtige Rockfassung ein. Diese Fassung war es, die ich als Jugendlicher zum ersten Mal hörte und die mich faszinierte, ebenso wie die unglaubliche und verstörende Bearbeitung für Blaskapelle vom „Großen Tor von Kiew“ (dem Finale von Bilder einer Ausstellung), das wir damals in unserem Musikverein spielten.

Als wir mit Undertone Project im Sommer 2004 eine DVD von Emerson, Lake and Palmer sahen und hörten, war es unser Mentor Fritz Bermuda Müller der die Idee hatte, eine eigene Fassung von Bilder einer Ausstellung zu kreieren, auf unsere Art mit viel Improvisation und im Gegensatz zu ELP mit allen Teilen das Zyklus. Das ganze sollte kein Swing meets Klassik Projekt werden, sondern eine moderne zeitgenössische Bearbeitung zwischen Funk, Rock, Free Jazz, Neuer Musik und vielen spontanen Überraschungen. Wir hoffen es ist uns gelungen.

Wir danken ausdrücklich dem Saarbrücker Künstler Thomas Altpeter für die Neugestaltung des Bilderzyklus.

Bleiben Sie locker.... und viel Spaß beim Hören.

Bild zu Ton / Ton zu Bild
Mussorgski schrieb „Bilder einer Ausstellung“ zu Bildern seines verstorbenen Freundes, dem Maler und Architekten Viktor Hartmann. Jedem Stück ist genau ein Bild zugeordnet, wobei die Stücke wiederum durch die „Promenaden“ (die Bewegung von Bild zu Bild) miteinander verbunden sind. Leider sind nicht alle Bilder von Hartmann bis heute erhalten geblieben. Nachdem Undertone Project seine Bearbeitung fertiggestellt hatte, hat Thomas Altpeter dies zum Anlass genommen, einen neuen Bilderzyklus zu entwerfen. Wiederum ist jedem Stück genau ein Bild zugeordnet. Somit entstanden aus Bildern Musik, aus alter Musik neue Musik und aus neuer Musik wieder neue Bilder.






Freitag 23. März 2012, 20 Uhr

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)


Dirk Rothbrust: Percussion
Martin Schmidt: Mandolinen

Eine Hommage an John Cage


In diesem Jahr wäre John Cage 100 Jahre alt geworden. Vor 20 Jahren ist John Cage gestorben. Grund genug, diesem außergewöhnlichen Menschen, der zu den einflussreichsten Komponisten des 20ten Jahrhunderts zählt, einen Abend im Spielraum zu widmen. Sätze wie „So etwas wie Stille gib es nicht!“ zählen zu den bekanntesten Zitaten des letzten Jahrhunderts und haben eine ganze Generation von Komponisten aus den 50er und 60er Jahren und darüber hinaus geprägt.


Dass wir für diesen Abend einen der bekanntesten und renommiertesten Spezialisten für Neue Musik gewinnen konnten, ist uns eine ganz besondere Freude: Der Percussionist Dirk Rothbrust, Mitglied des Ensemble musikFabrik Köln und des Schlagquartett Köln, widmet sich Zeit seines (Musiker-) Lebens der Neuen Musik. Heute tritt er als Sololist bei nahezu allen wichtigen Festivals für zeitgenössische Musik in Europa auf und spielt in Japan, Ägypten, USA und vielen anderen Ländern, unter anderem in solch renommierten Konzerthallen wie dem Konzerthaus Berlin und der Carnegie Hall in New York.

Damit kann der Spielraum Heiligenwald zwar nicht mithalten, aber immerhin wird es für unseren Gast ein Heimspiel werden: Dirk „Dixi“ Rothbrust ist in Hüttigweiler aufgewachsen und war fester Bestandteil der „Illinger Musikszene“ und als Rhythmusgruppe eng mit dem Bassisten Martin Schmidt verbunden. Beide werden an diesem Abend nach sehr langer Pause wieder gemeinsam Musik gestalten und das mit Stücken und ganz im Geiste von John Cage:


„Sounds are bubbles on the surface of silence. They burst. The question is to know how many bubbles silence has on it. “

Martin Schmidt über "Gekrümmte Räume: Die Welt im Luftballon"

Bei dem Wort „Relativitätstheorie“ schrecken auch heute noch –immerhin gut hundert Jahre nach ihrer Formulierung durch Einstein- die meisten Menschen ehrfürchtig zusammen und werden von dem Gefühl befallen, „so etwas“ nie verstehen zu können. Das jedenfalls ist eine Erfahrung, die ich in den letzten 20 Jahren sehr häufig gemacht habe und bei der ich immer bedauert habe, dass scheinbar die Angst vor solch einem großen Thema vielen Menschen den Zugang komplett verwehrt. Nun wird es auch mir nicht gelingen, diese phänomenale Theorie in knapp 45 Minuten zu erklären, aber Ihnen eine Ahnung oder -wie ich es gerne bezeichne- einen Geruch davon zu vermitteln soll das Ziel dieses Abends sein: Von 4 dimensionalen Räumen, Verwebung von Raum und Zeit, Raumkrümmung bis hin zum Urknall und kosmischer Hintergrundstrahlung wird diese -wie der Titel schon sagt- sehr spielerisch angelegte Gedanken-Reise führen. Eine Reise, die ich schon oft mit Menschen angetreten habe und die bisher immer zu einem wichtigen Ziel geführt hat: Spaß an krummen Räumen und krummen Gedanken.
Wieso eigentlich Physik: Die meisten Menschen kennen mich ausschließlich als Musiker, aber vor 25 Jahren war es sehr knapp, und ich wäre beinahe Physiker statt Musiker geworden. Seid dem beschäftige ich mich kontinuierlich mit diesem Thema und bin vor 2 Jahren doch noch Student geworden: Im Fernstudium zum Bachelor of Physics an der Open University in Milton Keynes, England.
Martin Schmidt


Samstag 25. Februar 2012 im Spielraum Heiligenwald

Beginn: 20:00 h
Eintritt: 8,- Euro (4,- Euro ermäßigt)

Alfred Gulden über den ''Aktionsraum 1"

MCE feat. Gulden / Thewes "voice box poems"



Foto: Anke Gallmeier

Alfred Gulden

über den ''Aktionsraum 1"

1969 entstanden aus „Vorgänge/Vorstellungen“, Alfred Guldens Theatergruppe, die experimentell mit Sprach-und Körperaktionen arbeitete , gegründet und organisiert von Alfred Gulden, dazu einem Maler und einer Mäzenatin, fanden im Aktionsraum1, einer ehemaligen Räderfabrikhalle am Münchner Goetheplatz, über ein Jahr 52 Veranstaltungen statt: Wiener Aktionismus, arte povera, Konzeptkunst, Stadt-Aktionen, underground- Film-Vorführungen etc . Die Polizei war ständig präsent, teilweise mit Großaufgebot (Nitsch-Aktion). Der Aktionsraum1 fiel aus der satten, gängigen Münchner Kunstlandschaft völlig heraus. Avant-garde im wahrsten und besten Sinn.
Das Archiv des Aktionsraum1 ist inzwischen in Berlin (Stiftung preußischer Kulturbesitz) und 2011 ließ das Museum für Moderne Kunst/ Wien in einer großen Ausstellung den Aktionsraum1 wieder aufleben.
Alfred Gulden wird über diese, seine „wilde Zeit“ zum erstenmal im Saarland reden.



Foto: Christian Schu

Musik:

Modern Chamber Ensemble feat. Gulden / Thewes

voice box poems

  • Alfred Gulden: Stimme
  • Christof Thewes: Posaune
  • special guest: Martin Schmidt - Mandoline

In der Aufführung von „KehlKopfGedichte /voiceboxpoems“ von Alfred Gulden und Christof Thewes setzen sich menschliche Stimme (Gulden) und Posaune (Thewes), beides Instrumente, die „von der Luft leben“, ohne (Atem-)Luft nicht herauskommen, nicht laut werden können, mit Sprache und Sprechen, Geräusch und Ton auseinander. Von „Adams Apfel“ über „Ohrwürmer“ und „Zungenbrecher“ (um nur einige der Titel zu nennen) bis zum „Stimmbruch“. Aber auch das Schrift Bild und die agierenden Körper im Raum kommen zu ihrem Recht.

Seit über 15 Jahren arbeiten der Jazzposaunist und Komponist  Christof Thewes und der Schriftsteller Alfred Gulden zusammen.  Produktionen (Auswahl) mit bigband: „Greyhound“ (Berlin), über Musiktheater mit band, Solisten und Chor: „Siebenschmerzen“ (U.A. théatre national de Luxembourg) , „Himmel Hölle Ciel Enfer Cattenom“  (U.A. Staatstheater Saarbrücken, Feuerwache), bis zu Kammermusik „Das Ding Erinnerung“, „Falltotum“, und Duo „Die Kleine Maghrebinerin“ sind dabei entstanden. 2011 ist unter dem Titel ZYKLUS I ein Teil der Produktionen in einer Box mit 7 CDs erschienen.


Samstag  21. Januar 2012, 20 Uhr:

Interview mit Peter Perfido / MCE feat. Thewes / Pilz Quartet

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)




Photo: Alexander Schaffer

Interview mit dem Schlagzeuger Peter Perfido

Peter Perfido (* 1956 in Hartford, Connecticut) studierte von 1977 bis 1979 Marimba und Xylophon am Hartford Conservatory of Music und setzte seine Ausbildung bis 1982 am Cornish Institute of the Arts in Seattle, Washington, fort. Daneben hatte er privaten Unterricht bei Bob Moses und Jerry Granelli.
In den USA arbeitete er u.a. mit Bill Barron, Anthony Braxton, Ben Monder und Gary Peacock zusammen. Nach seiner Übersiedlung nach Frankreich gehörten Tony Lakatos, Jesper Lundgaard, Albert Mangelsdorff, Heinz Sauer, Ed Schuller, Ferenc Snétberger, Tomasz Stańko und andere zu seinen musikalischen Partnern.
Perfido leitet mehrere eigene Formationen, darunter ein Trio mit dem Saxophonisten Peter Weidner und dem Bassisten Markus Schieferdecker und ein Quartett mit Schieferdecker, dem Klarinettisten Michel Pilz und dem Pianisten Bob Degen. Mit Degen tritt er auch im Duo auf. Ein Trio bildet er mit dem deutschen Saxophonisten Mike Schweizer und dem schwedischen Tubisten Jörgen Welander.

Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Thewes / Pilz Quartet

  • Michel Pilz (Luxemburg): Bass Klarinette
  • Christof Thewes: Posaune
  • Jan Oestreich: Bass
  • Peter Perfido (Frankreich): Drums



Photo: Alexander Schaffer





Samstag  17. Dezember 2011, 20 Uhr:

Prof. em. Dr. Alois Hahn  / MCE feat. Thewes / Schmidt / Roder

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)




Vortrag: Prof. em. Dr. Alois Hahn:

Zur Soziologie der Scham

Scham gehört zu den stärksten menschlichen Emotionen. Es sind daher auch keine Gesellschaften bekannt, in denen nicht bestimmte Situationen oder Zustände mit Scham besetzt wären. Welche Situationen das allerdings sind, unterscheidet sich von Gesellschaft zu Gesellschaft und ändert sich unter Umständen auch innerhalb der gleichen Gesellschaft im Laufe der Zeit. Der Soziologe Alois Hahn geht an typischen und prägnanten Beispielen der Frage nach, was in unserer gegenwärtigen Gesellschaft als schambesetzt angesehen wird und von welchen sozialen Bedingungen es abhängt, dass etwas als beschämend empfunden wird. Als weitgereister Wissenschaftler hat er u.a. in Paris an der Sorbonne und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales gelehrt, war zu Forschungsaufenthalten und Vorträgen an der Stanford University und in Yale, und hatte während dessen - von 1975 bis 2009 - den Lehrstuhl für „Allgemeine soziologische Theorie“ an der Universität Trier inne.

Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Thewes / Schmidt / Roder

  • Jan Roder (Berlin) - Bass
  • Martin Schmidt - Mandoline
  • Christof Thewes -Posaune
Jan Roder

Photo: Patrick Hartz






Samstag  26. November 2011, 20 Uhr:

gligg records Release Winter 2011/12  / MCE feat. Uwe Oberg / Christof Thewes

Essen: Armin Hüwels

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)



Wir freuen uns, euch an diesem Abend den nächsten Schwung an CD Veröffentlichungen von gligg records vorstellen zu dürfen! Vorgestellt werden ca. 20 neue Produktionen von bekannten Spielraum Künstlern, aber auch eine ganze Reihe von unseren Kollegen aus Berlin.

Um diese tolle Entwicklung bei gligg records (bis März werden über 50 CDs am Start sein!) ein wenig zu feiern, hat sich Armin Hüwels dazu bereit erklärt für uns an diesem Abend zu kochen und uns mit mancher Leckerei zu versorgen. Somit ist für einen Genuss mit Ohr, Auge, Nase und Mund bestens gesorgt :-)



Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Uwe Oberg / Christof Thewes

  • Uwe Oberg -piano
  • Christof Thewes - tb
Danach frei Session mit gligg records Musikern, unter anderem aus Berlin Olaf Rupp (git)



Samstag  29. Oktober 2011:

"Konsumverhalten und Identität" / MCE feat. Christof Thewes Quartett

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)


Vortrag: Prof. em. Dr. med. Siegfried Zepf (Psychoanalytiker, Saarbrücken)

Konsumverhalten und Identität - Psychoanalytische Überlegungen

In Kooperation mit dem SIPP (Saarländisches Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie >>>www.sipp.de



Prof. em. Dr. med. Siegfried Zepf war bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Psychosomatik an den Universitätskliniken in Homburg. Er ist Psychoanalytiker, Lehranalytiker und ärztlicher Ausbildungsleiter am Saarländischen Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie (SIPP). In seinen zahlreichen Publikationen hat sich Siegfried Zepf mit der psychoanalytischen Theorie und Therapie, aber auch mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinandergesetzt.

Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Funktion Waren für die Identitätsbildung der Käufer haben. Vertreten wird die These, dass heutzutage nicht mehr der instrumentelle, sondern eine Art seelischer Gebrauchswert über den Kauf einer Ware entscheidet, der für die Käufer unterschiedliche Funktionen erfüllen kann. Pathologisches, suchtartiges Kaufen, bei dem Kaufen nicht Mittel, sondern Zweck ist, scheint im Wesentlichen der Stabilisierung der personalen Identität zu dienen. Normales Konsumieren, bei dem Kaufen Mittel und die Ware Zweck ist, kann zu einer scheinbaren Erweiterung der personalen Identität führen, indem Szenen, mit denen die Waren beworben werden, mit unbewusst gewordenen Szenen identifiziert werden, die in der Gestalt dieser szenischen Werbung ins Bewusstsein der Individuen eingelassen werden. Bei anderen wiederum kann es zur Bildung einer sog. »Warenidentität« (Horn) kommen, d. h. einer durch Waren vermittelten Identitätsbildung, indem sich die Individuen unbewusst mit den szenischen Figuren aus Internetspielen, Filmen, Fernsehen und der Webung identifizieren, mit denen Waren präsentiert werden.




Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Christof Thewes Quartett

  • Chris Klein - git
  • Christof Thewes - tb
  • Jan Oestreich - bs
  • Martial Frenzel - dr




Samstag  24. September 2011:

"Über Realität" - 2. Teil / MCE feat. Phase IV

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)


Vortrag: Dr. Matthias Hoffmann (Soziologe, Saarbrücken)

Über Realität- 2. Teil

Die Dinge im Rahmen: Soziologische Antworten auf die Frage „Was bedeutet das?“



Nachdem im ersten Teil grundlegende Fragen zum Begriff „Realität“ aufgeworfen wurden, soll im zweiten Teil der Fokus auf konkreten Problemen unseres alltäglichen Handelns in und mit dieser wie immer gefassten Realität liegen. All unser Handeln, all unsere Interaktionen mit Anderen finden in der Realität statt, sind also selbst auch zweifelsohne Realität. Aber genügt es zu wissen, dass etwas real ist, um damit zu Recht zu kommen? Offensichtlich nicht. Denn ganz im Sinne der soziologischen Frage „Was geht hier vor?“ ist es nicht hinreichend zu wissen, dass etwas wirklich, sondern in welchem Sinne es wirklich ist. Der Kontext ist für das Verständnis der Dinge „unab-ding-bar“. Was ist der „Rahmen“, innerhalb dessen ich die Dinge sinnvoll deuten kann? Die Soziologie Erving Goffmans stellt die Analyse der vielfältigen Rahmen - und Rahmen von Rahmen von Rahmen…- mit denen wir permanent konfrontiert sind in den Mittelpunkt und zeigt, wie wir damit zu Recht zu kommen versuchen. Mit Goffman auf den Alltag zu blicken heißt - wie der Soziologe Dr. Matthias Hoffmann zeigen wird - erkennen, welche Fallstricke auf uns lauern und wie wir allzu leicht mit unserer sicher geglaubten Realitätsauffassung auf die abschüssige Bahn geraten.




Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Phase IV

  • Sabine Noss - voc.
  • Christof Thewes - tb
  • Hartmut Oßwald - reeds
  • Martin Schmidt - Mandoline
  • Jan Oestreich - bs
  • Martial Frenzel - dr.


 


 Samstag  27. August 2011:

"Über Realität" / Gutter Music

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)


Vortrag: Dr. Matthias Hoffmann (Soziologe, Saarbrücken)

Über Realität

Die Dinge im Rahmen: Soziologische Antworten auf die Frage „Was bedeutet das?“



"Oberste Prinzipien, Clarice: Simplifikation. Bei jedem einzelnen Ding die Frage, was ist es in sich selbst?“ Offensichtlich – und erfreulicherweiße – ist Dr. Hannibal Lecter ("Das Schweigen der Lämmer") kein Soziologe. Denn Soziologen interessieren sich eher weniger dafür, was etwas in sich selbst ist. Viel mehr stellt sich für die soziologische Betrachtung von Handlungen und sozialen Phänomenen die Frage: Was bedeutet dies? Und zwar hier und jetzt. In dieser Situation. Das gleiche Phänomen wird von 10 Menschen u.U. zehnmal anders wahrgenommen. Oder müsste man sagen „verstanden“? Oder besser „interpretiert“? Menschen sind immer bestrebt, die sie umgebende Wirklichkeit mit einer Deutung zu versehen die für sie sinnvoll ist. Welche Strategien haben wir dazu zur Verfügung? Und wie hängt das mit dem Verständnis von Wirklichkeit zusammen, dass wir als Kinder gelernt und tief verinnerlicht haben?
Der Soziologe Dr. Matthias Hoffmann führt an Beispielen aus dem Alltag (denn nichts ist für den Soziologen so unterhaltsam und skurril wie der Alltag) einen klassischen Ansatz der Soziologie vor, der sich um solcherlei Probleme bemüht: Die „Rahmenanalyse“ Erving Goffmans.  




Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Gutter Music

  • Thomas Honecker (Darmstadt): Gitarre
  • Jürgen Wuchner (Darmstadt): Bass
  • Christof Thewes: Posaune
  • Daniel Prätzlich (Berlin): Drums



Sa/So  18./19. Juni 2011:

3. Spielraumtag zum Thema "Stimme":

Seit drei Jahren gibt es nun den „Spielraumtag“. Musik, Vorträge, Lesungen und Gespräche wechseln sich ab und ziehen das Publikum in Bann. Das Spektrum ist „spielraum-typisch“ weit: Improvisierte Musik, Kunstgeschichte, Jazz, Soziologie, Lyrik, Psychologie und alles, was sich an dem Tag – spielerisch – daraus ergeben mag...

>>> Das Programm und weitere Infos



Special Guest am Samstag 18. Juni:

Jörg Buttgereit - der Godzilla Experte schlechthin!

 


Samstag 21. Mai 2011 um 20:00 Uhr:

Ein Berliner Abend:

Zwei Musiker und eine Linguistin haben den weiten Weg von Berlin in unseren Spielraum gefunden und wir freuen uns auf einen ganz besonderen Abend.

Eintritt: 8 Euro (4 Euro erm.)


Vortrag: Dr. Inga Kohlhof (Linguistin, Berlin)

"Alles nichts ohne sie": unsere Sprache.

Ein Spaziergang durch Forschungsgebiete der Linguistik mit Streifzügen in angrenzende Gegenden. 

 

Die Linguistik untersucht, wie menschliche Sprachen gebaut sind, wie sie funktionieren und wie sie sich verändern. Speziallinguistiken befassen sich darüber hinaus mit den Beziehungen zwischen der Sprache und anderen Systemen - so etwa die Psycholinguistik und die Soziolinguistik - und mit Anwendungen linguistischer Erkenntnisse - wie die Computerlinguistik, die forensische Linguistik und andere.

In diesem Referat soll anhand einer kleinen Auswahl von Themen ein Einblick in Fragestellungen und Methoden des Fachs getan werden. Nach einem Blick auf die trickreiche, machtvolle Konstruktion, die allen menschlichen Sprachen zu Grunde liegt, möchte ich einige zentrale Sprachentwicklungs- und Veränderungsprozesse exemplarisch vorstellen. Dann sollen, aus erweitertem Blickwinkel, einige Aspekte der Bedeutung der Sprache für uns als Individuen und für menschliche Gesellschaften angesprochen werden. Abschließend möchte ich diskutieren, ob und inwieweit die Sprachen, die wir sprechen, unser Denken (im weitesten Sinne) beeinflussen könnten.


Musik: Modern Chamber Ensemble feat. SQUAKK

  • Christof Thewes: Posaune
  • Jan Roder (Berlin): Bass
  • Michael Griener (Berlin) - Drums
Ein übliches Vorurteil gegenüber zeitgenössischem Jazz lautet, dass er stets nur den seltsamen Gedankengängen freudloser Akademikerhirne entspringt. Die drei Protagonisten, alle herausragende Vertreter ihres jeweiligen Instrumentes haben die Schule, unabhängig voneinander, kurz vor dem Abitur abgebrochen. Jan Roder hat zwar noch versucht, Jazz zu studieren, aber nicht bis zum Schluss durchgehalten. Thewes und Griener haben es gleich bleiben lassen und müssen jetzt zur Strafe Jazz an deutschen Hochschulen unterrichten.
 

 




30.04.2011, 20 Uhr:



Dr. Ingeborg Besch (Kunsthistorikerin): Hexen in der Kunst


Vom Zauberer über die Fee zur HEXE:

Seit rund 600 Jahren gibt den Begriff der Hexe. Der Inhalt des Wortes hat allerdings heftige Wandlungen erfahren, so dass die Darstellungen der Hexe sich im Laufe der Jahrhunderte änderte. Mal Heilerin, mal jung und verführerisch, mal alt und hässlich und mal brennend im Feuer. In Holzschnitt, Öl oder Aquarell. Die Darstellungen der Hexe erzählen auch von den Verwandlungen und unterschiedlichen Wertungen, die dieses Wesen erfahren hat.


Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Undertone Trio

 
 
 
26.03.2011, 20 Uhr:
Vortrag:  „Alles was ist, braucht Raum ...“. Burkhard Ullrich über Spielräume in der Psychotherapie

Der Vereinsname „Spielraum“ und der dazugehörige Slogan „Alles, was ist, braucht Raum – auch im Kopf“ wird zum Anlaß genommen, über Spielen und Spielräume bei psychischen Störungen und in der Psychotherapie nachzudenken:
Was meint eigentlich „Spiel“ und welcher Wert kommt dem Spielen in unserer psychischen Entwicklung und in unserem erwachsenen Leben zu?
Lassen sich psychische Störungen als „eingeschränkte Spielräume“ verstehen?
Kann Psychotherapie Spielräume (wieder) eröffnen helfen und wie kann das vonstatten gehen?

Zur Person: Burkhard Ullrich ist Diplom-Psychologe (Studium in Frankfurt und Saarbrücken). Er arbeitet heute als Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker (Ausbildung am SIPP) in eigener Praxis in Neunkirchen.

Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Duo Thewes-Honecker
 
 
 

26.02.11, 20 Uhr: DIE KLEINE MAGHREBINERIN

Ein Film von Alfred Gulden. Musik Christof Thewes.

Kamera 1, Schnitt und Bearbeitung: Gernot Meiser.
Kamera 2: Pascale Démy.
Fotos: Christian Schu.
Darsteller: Linda Walgenbach, Patrik Rospert, Gisela und Rudolf Rätzer.

Nacht. Eine Autobahn in Frankreich. Nils, übermüdet, ist unterwegs .Weg von einer in die Brüche gegangen Beziehung. Der Zwischenstop bei seinen Eltern hat ihm „den Rest gegeben“. Gedanken und Bilder schießen ihm während der Fahrt durch den Kopf. Übermüdet und unachtsam entgeht er knapp einem schweren Unfall.  Er hat Angst, seine Stimme zu verlieren, wie schon einmal nach einem Schockerlebnis. Mit allen Mitteln versucht er, seine Stimme am Leben zu erhalten: mit Sprechübungen, Redewendungen, Sprichwörtern, Selbstgespräch. Und dann ist da auch noch das Erlebnis mit der kleinen Maghrebinerin...

Diesem Roadmovie  hat Christof Thewes Rhythmus und Klang gegeben. Er hat es in Musik verwandelt. Nach „Das Ding Erinnerung“ ist „Die Kleine Maghrebinerin“ der zweite Film einer geplanten Reihe von „Musikfilmen“ von Gulden/Thewes.
 
Musik:
Modern Chamber Ensemble
feat. Undertone Trio mit Geoffroy Muller (Trompete, Performance), Alfred Gulden
 
 
 
22.01.2011, 20 Uhr:
Vorstellung des neuen CD-Labels "Gligg Records"
Martin Schmidt und Christof Thewes präsentieren die ersten 11, allesamt im Spielraum aufgenommenen ,abgemischten und produzierten, Musik-CDs von "Gligg Records", eingespielt mit so unterschiedlichen Künstlern wie Rudi Mahall, Tomas Ulrich, Volker 7, Michael Griener, Alfred Gulden, Undertone Project, Thewes Quintett, Phase 4, Inzeit Ensemble undundundund.......
Musik: Christof Thewes Quintett (Livepräsentation des neuen Albums "Stations") 
 

 
 
 
10.12.10, 20 Uhr:
 
"Nanopartikel: The good, the bad and the ugly –
Risiken und Chancen der Nanotechnologie, insbesondere für bessere Medikamente"
Prof. Dr. Claus-Michael Lehr


Nanopartikel sind Strukturen in der Größenordnung weniger Millionstel eines Millimeters (10-9m). Abgesehen davon, dass sog. Ultra-Feinstäube auch unbeabsichtigt bei natürlichen oder technischen Prozessen entstehen können (z.B. bei Vulkanausbrüchen, beim Schweißen, aber auch in der Meeresbrandung) und schon immer entstanden sind, ist es neuerdings auch möglich Partikel und Strukturen in dieser Dimension gezielt herzustellen. Erste Produkte der sog .Nanotechnologie sind bereits auf dem Markt, mit durchaus nützlichen, teilweise verblüffenden Eigenschaften, wie z.B. selbstreinigende Oberflächen oder besonders leichte Fahrradrahmen oder Tennisschläger. Auch Visionen wie z.B. Autos mit Brennstoffzellen oder ein Weltraumaufzug könnten vielleicht schon bald Wirklichkeit werden. Wichtige Fortschritte erhofft man sich von der sog. Nanomedizin bei der Entwicklung neuer Medikamente, z.B. zur Behandlung von Krebserkrankungen oder für die sog. Gen-Therapie.
 
Ebenso wie zuvor die Kern-, Gen- und Informationstechnologie ist die Nanotechnologie dabei, ein neues Zeitalter einzuleiten. Dabei müssen auch mögliche Risiken für Mensch und Umwelt bedacht und rechtzeitig wissenschaftlich untersucht werden. Die gesellschaftliche Debatte sollte jedoch mit Sachkenntnis geführt werden, um einerseits negative Auswirkungen zu vermeiden aber andererseits die sich bietenden Chancen für Technik, Wirtschaft und die Gesundheit des Menschen nicht zu verpassen.

Claus-Michael Lehr ist Professor für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie an der Universität des Saarlandes sowie Leiter der Abteilung “Drug Delivery“ am neu gegründeten Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS). Nach seiner Promotion 1991 in Leiden (Niederlande) und Post-Doktorat in Los Angeles (USA) war er zunächst Professor in Marburg, ehe er 1995 den Ruf nach Saarbrücken annahm. Schwerpunkt seiner Forschung sind Biologische Barrieren, wie z.B. die Darmwand, die Haut, oder die Lunge, welche zunächst zu überwinden sind, damit Medikamente den Ort ihrer Wirkung überhaupt erreichen können.
 
Musik: Christof Thewes Modern Chamber Ensemble
 
 
 
 
13.11.10, 20 Uhr:
 
Einführung in das Musiktheaterstück CATTENOM von Alfred Gulden und Christof Thewes
mit Gulden/Thewes, Undertone Project, Angela Lösch

Cattenom ist der Name eines kleinen Lothringer Ortes im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Dort steht eines der größten Atomkraftwerke Europas. Vor dem Bau und während es gebaut wurde, gab es Demonstrationen dagegen. Hauptsächlich vom Saarland aus. Aber auch aus Luxemburg kamen damals ein paar Hundert Aufrechte.

Die Frage damals wie heute: Was, wenn ein Super GAU, der größte atomare Unfall, eintritt, die Katastrophe? Ein Endzeitszenario. Und daraus die Frage: Was macht uns Menschen aus?

Laute, mit denen wir sprechen lernen, Buchstaben des Alphabets, aus denen wir Wörter bilden, schreiben und lesen lernen, Kinderspiele, die uns das Zusammenleben beibringen, Gebete, die uns über uns hinaustragen wollen, sind der Grundstoff, aus dem dieser Zyklus von vierzehn Gedichten entstanden ist.

Und zwar in den drei Sprachen, die dort im Dreiländereck zu hören sind: Moselfränkisch, Deutsch und Französisch
 
 
 

16.10.10:

Der Bassklarinettist Michel Pilz im Gespräch mit Burkhard Ullrich!
 
Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Michel Pilz, Christof Thewes, Peter Perfido, Jan Östreich

Michel Pilz (*1945 in Bad Neustadt an der Saale) ist ein luxemburgischer Jazzmusiker (Bassklarinettist).
Pilz studierte klassische Klarinette am Konservatorium in Luxemburg. Er entschied sich Jazz zu spielen und wurde 1968 Mitglied in Manfred Schoofs Quintett (mit Alexander von Schlippenbach, Buschi Niebergall und Mani Neumeier). Mit diesem Quintett, den German All Stars und dem Globe Unity Orchestra ging er in den nächsten Jahren auf Tournee (Europa, Asien, Südamerika). Außerdem spielte er im Trio mit Peter Kowald und Paul Lovens, und war von 1975-1977 Mitglied im Klarinetten-Pool Clarinet Contrast mit Perry Robinson, Theo Jörgensmann, Bernd Konrad und Hans Kumpf.
Michel Pilz gründete 1977 eine eigene Gruppe mit Buschi Niebergall und dem Trompeter Itaru Oki und war gleichzeitig Mitglied des neuen Manfred Schoof Quintetts (mit Jasper van't Hof, Günter Lenz und Ralf Hübner. Aktuell spielt er im Trio mit dem Schlagzeuger Klaus Kugel und dem Bassisten Christian Ramond und im Quartett mit Peter A. Schmid. 



31.08.10:

Tomas Ulrich (New York) : Cello

Michael Griener (Berlin): Schlagzeug

Martin ''Schmiddi'' Schmidt: Mandoline

Christof Thewes: Posaune

Tomas Ulrich lebt und arbeitet in New York im Bereich Neue Musik und Jazz. Er ging weltweit als Solist und Ensemblemitglied auf Tour und spielt(e) mit Dave Taylor, Joelle Leandre, Kenny Norton, Steve Swell u.v.a. Gerade war er an einer Operneinspielung von Anthony Braxton beteiligt.

Michael Griener ist ein sehr aktiver Schlagzeuger aus Berlin.

Weltweite Tourneen mit Uli Gumpert, Günther Christmann, Ken Vandermark, Mats Gustafson u.v.a.

Thewes und Schmiddi sind wie immer.


 

 
 
 
 
30.04.10, 20 Uhr "Tanz in den Mai"

Vortrag: Dr. Matthias Hoffmann (Soziologe) über "Hexen, Riten und Bräuche"

Musik: Christof Thewes Modern Chamber Ensemble feat. Phase Vier


28.05.10, 20 Uhr:

Vortrag: Dr. Steffi Hansen - "Virtuelle Haut"

Ich fühl mich wohl in meiner Haut. Mit Haut und Haaren. Vor Scham rot anlaufen. Lachfältchen, Krähenfüße, Sorgenfalten, Schwangerschaftsstreifen, Gänsehaut. Die Haut ist ein Sinnesorgan. Wir können über unsere Haut Empfindungen kommunizieren und wir können unsere Haut schlecht vor anderen verstecken. Welche ihrer Eigenschaften der Haut müssen wir nachstellen, um ein vollständiges virtuelles Bild von ihr zu erzeugen? Und wer braucht so eine virtuelle Haut, und wozu?

Dr. Steffi Hansen ist Apothekerin, Wissenschaftlerin und Musikerin. Sie kommt aus Rostock, hat in Greifswald Pharmazie studiert und dort auch diplomiert und ist dann nach kurzem Aufenthalt in München vor etwa 5 Jahren nach Saarbrücken gekommen um zu promovieren. Sie arbeitet zusammen mit Mathematikern und Bioinformatikern an Computermodellen, die die Aufnahme von Substanzen über die Haut vorhersagen können. Sie interessiert sich besonders dafür, welche Wege Substanzen über die Hornschicht nehmen und wo und wie lange sie sich dabei aufhalten.

Steffi findet immer Möglichkeiten nebenbei zu singen. Seit sie in Saarbrücken ist nimmt sie Gesangsstunden bei Marion Wildegger. Sie hat vor kurzem 5 Monate an der University of Cincinnati gearbeitet und in dieser Zeit beim Mayfestival Chorus gesungen und dort unbeschreibliches mit Künstlern wie Paavo Järvi, Robert Porco und Measha Brueggergosman erlebt.

 
 
26.03.10, 20 Uhr

Dr. Ingeborg Besch im Gespräch mit dem in Berlin lebenden, bildenden Künstler Volker Sieben.

Das ist das Gute an den Bildern von Volker Sieben: dass sie ausprobieren, wohin man die Linien fließen und die pastosen Farbflecke treiben lassen kann, damit sie einen durch die Türen der Erinnerung führen. Der Künstler arbeitet offen malerisch, ganz eingebettet in das Sinnlichkeitspotential seines Malmaterials (und damit materiell konkret). Die thematischen Ströme, unterstreichen durch Titel wie „Family Portrait“, „Refugee Tree“ oder „Sky under Berlin“ steigern das Tempo und ziehen den Betrachter in eine Schlusskakophonie, in der, gleichsam als mächtiges Echo aus einer verbauten Zukunft, irrlichternde Saxofone, geisterhafte Gitarren und ein wirres Schlagzeugspiel einen Pflock zwischen Großhirnrinde und Hypothalamus zu treiben scheinen.

Mit Öl, diversen Kreiden, Tusche und Bleistift auf Leinwand sowie auf Papier, das häufig auf Leinwände kaschiert wird, lässt der Künstler verheerende Ereignisse aus dem Weltpolitischen wie Familiären auferstehen. Dabei kommt den Zeichnungen die Aufgabe zu, ästhetische Intelligenz tragender und klingender Kern für den universalen Anspruch der großformatigen Malereien zu sein.


Musik:
Undertone Project feat. Volker Sieben


 

 
 
 
20.02.10, 20 Uhr:

Vortrag:
Matthias Hoffmann:
"Michel de Montaigne - Ein Soziologe für unsere Zeit"

"Mit Michel de Montaigne, dem französischen Philosophen des 16.Jahrhunderts, wird gemeinhin der Ratschlag verbunden, die Angst vor dem Tod dadurch zu bekämpfen, dass man jeden Tag an ihn denkt. Praktiziert man das lebenslang, so die Prognose und Hoffnung, dann hat der Tod bereits allen Schrecken verloren, wenn er einen dereinst ereilt.
So jedenfalls steht es in seinem Essay "Philosophieren heißt sterben lernen" aus dem Jahre 1580. Nur selten indessen findet Erwähung, dass man damit nur "den halben Montaigne" zur Kenntnis nimmt, sich gewissermaßen in einer trügerischen Hoffnung wiegt. Denn 1588 erscheinen seine Essays, um einen dritten Band ergänzt, nocheinmal. Und in diesen späten Essays herrscht ein ganz anderer Blick auf den Tod vor. Oder besser gesagt ist es nicht mehr die Sorge um den Tod, die den Autor umtreibt, sondern die Angst vor den Schmerzen des Sterbens. Denn Schmerzen und körperliche Malaisen sind es, die ihm in den Jahren seit seinen ersten Essais vermehrt das Leben schwergemacht haben. Aus dem spekulativen Denker über die Angst vor dem Tod ist gewissermaßen der Empiriker der Schmerzen geworden. Man könnte auch sagen: Im Denken über Tod und Sterben ist Montaigne vom Philosophen zum Soziologen geworden.

Matthias Hoffmann, seinerseits Soziologe, zeichnet diesen Denkweg Montaignes nach und zeigt die ungemeine Aktualität dieses großen Geistes des 16.Jahrhundert für die Todes- und Sterbeproblematik unserer  Gegenwart auf. In einer aktuellen Umfrage sagen 60% der Menschen, dass sie sich vor dem Sterben fürchten, aber nur 6% der Befragten vor dem Tod."  

Musik: Christof Thewes Modern Chamber Ensemble 
 

 
29.01.10, 20 Uhr:
Der Vortrag von
Prof. Dr. Claus-Michael Lehr musste leider entfallen, wird aber nachgeholt!
Musik: Modern Chamber Ensemble feat. Christof Thewes Quartett

 


19.12.09, 20 Uhr

"DARSTELLUNG II 69/09"

Text, Stimme: Alfred Gulden

Musik: Christof Thewes

Tausend Wörter, von Alfred Gulden 1969 aufgelistet von A-Z  als seine damaligen HAUPTWÖRTER sind heute, 2009, Auslöser für Erinnerungen an Ereignisse, Personen, Zitate, Anekdoten , Bücher, Filme, Lustiges, Trauriges, Tragisches, Komisches , werden aber auch auseinandergenommen, neu zusammengesetzt, rhythmisch, melodisch, dynamisch, also nach allen Regeln der Kunst benutzt: Wörter wie Noten...

Leibhaftig und augenblicklich entwickelt er daraus mit Christof Thewes und seiner Musik ein Erzählgarn, entsteht ein Gewebe aus Wörtern, Stimme, Geräuschen, Melodien, Klängen.

Diese Wörter sind aber nicht nur zu hören, sie sind auch sichtbar, füllen den Raum aus, Wände, Decke, Boden: Ein Wortraum, in dem die Akteure sich bewegen, sich ausdrücken.

Mitwirkende:
Alfred Gulden: Text/Stimme
Christof Thewes: Posaune/Komposition.
Martin "Schmiddi" Schmidt: Mandoline
Hartmut Oßwald: Bassklarinette
Pascale Demy & Gernot Meiser:  Visualisierung

18.11.09, 20 Uhr:

Vortrag: "Alkohol & Moderne" (Matthias Hoffmann, Soziologe)
Nach dem Alkohol als Kulturgetränk, nach erlesenen Gaumenfreuden bei Nobelweinverkostungen und der Soziologie des (Alkohol-) Geschmacks, nach sozialstrukturellen Zusammenhängen zwischen Geschmack und sozialer Position und ähnlichen überaus interessanten Aspekten fragt der Vortrag lediglich sekundär. Im Zentrum stehen an diesem Abend vielmehr die komplexen Zusammenhänge zwischen den Anforderungen, die an den Menschen der abendländischen Moderne gestellt sind, und dem exzessiven Konsum von Alkohol, vulgo: dem Suff.
"Gesoffen" wurde wahrscheinlich immer schon seit es den Alkohol als Rauschmittel gibt. Aber erst in der Moderne sind die (potentiellen) Folgen der Trunksucht erst wirklich verheerend geworden. Dabei ist nicht die endemische Ausbreitung der Volkskrankheit "Alkoholismus" gemeint, sondern gemeint sind die Folgen des Alkohols für die Selbstkontrollpotentiale des Einzelnen, die für die Moderne eine unverzichtbare Bedingung darstellen. Die Situation des modernen Menschen gleicht derjenigen der Meise in Robert Gernhardts "Folgen der Trunksucht":

"Seht sie an die Meise
Trinkt sie, baut sie Scheiße.
Da! Grad rauscht ihr drittes Ei
Wieder voll am Nest vorbei"

Der Frage, was es heißt, in der Moderne im Suff ein "Ei am Nest vorbeirauschen" zu lassen, geht der Soziologe Matthias Hoffmann in seinem Vortrag (mitunter humorvoll und mit gelegentlichem Rückgriff auf eigen-empirische Erfahrungsdaten) nach.

Musik: Herzog-Oberg-Prätzlich-Thewes-Quartett 


10.10.09, 20 Uhr

Vortrag: "Ich esse Deine Suppe nicht! - Über gestörtes Essen." - Teil II (Burkhard Ullrich, Psychoanalytiker)
Musik: Undertone Project (in neuer Besetzung):
Dirk Peter Kölsch (Drums), Hartmut Oßwald (Sax), Martina Schmidt (Bass), Christof Thewes (Posaune, Komposition) 

 
25.09.09, 20 Uhr
 
Vortrag: "Ich esse Deine Suppe nicht! - Über gestörtes Essen." (Burkhard Ullrich, Psychologe)
Musik:  Modern Chamber Trio: Kammermusik mit Claudia Hahn (Flöte), Julien Blondel (Cello), Christof Thewes (Posaune, Komposition)


12. Juli 2009: Das Spielraum-Festival

Vorträge-Musik-Film: Der Spielraum Tag
Seit 2007 finden im „Spielraum“ in Schiffweiler regelmäßig Veranstaltungen statt. In ihrer charakteristischen Verbindung aus Vorträgen wechselnder Gäste und zeitgenössischer Musik, interpretiert von Mitgliedern des  Modern Chamber  Ensemble (Leitung : Christof Thewes) sowie namhaften Gastsolisten aus der europäischen ''Neue Musik ''-, Experimental-Jazz- und Avantgarde-Pop-Szene, hat diese Veranstaltungsreihe seither dichte und spannungsgeladene Abende präsentiert.
Am 12.Juli 2009 ab 11:00 Uhr präsentiert der Spielraum zum ersten Mal einen kompletten Veranstaltungs-TAG. Prallgefüllt mit allem, was die Spielraumveranstaltungen auszeichnet: Musik, Kunst, Literatur, Wissenschaft, kurze Beiträge, je für sich und natürlich auch im Wechselspiel miteinander. Querverbindungen entstehen im engen Nacheinander der Beiträge. Das Ganze, das mehr ist als die Summe seiner Teile, wird in der Dichte des Tages hochwahrscheinlich. Alles, was ist, braucht Raum. Aber alles, was ist, braucht auch eine körperliche Basis: Für Speis und Trank ist daher bestens gesorgt.


16.05.09: Vortrag: Dirk Forster - Musik: Modern Chamber Ensemble

Ein Abend über Computerspiele im Spielraum? Ein Abend über Spielräume im Spielraum!
Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der digitalen Welten. In den Boulevardmedien sind Computerspiele dennoch bislang kaum mehr als nur ein neues Medium, dem man die Schuld an der Vorrohung und Verdummung der Jugend gibt. Damit reihen sich die digitalen Spiele in eine illustre Gesellschaft ein: Jazz, Rockmusik, Comics, der Film, der Roman, das Theater und die Schrift, selbst das Lesen als solches waren wegen ihres angeblich schädlichen Einfluß auf junge Menschen in der Kritik. Warum gerade eine digitalisierte Form des Spielens derart massiv in die Kritik gerät, verwundert angesichts einer herrschenden protestantischen Arbeitsethik nicht.
Dirk Forster, Medientrainer und selbst aktiver Spieler, zeigt an diesem Abend, was /Spiel/ eigentlich ist, warum die Ambivalenz zwischen Schund und Kultur beim digitalen Spiel so groß ist, und dass die ersten Computerspiele tatsächlich "Trash" waren. Er erzählt von vergangenen Evolutionen und Revolutionen in der digitalen Welt und von denen, die uns noch bevorstehen, vom Unterschied zwischen virtueller Realität und digitalen Spielwelten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den persistenten Welten: Spielwelten, die auch dann noch Bestand haben, wenn der Spieler sie längst verlassen hat. Was in diesen Welten geschieht, hat enormen Einfluß auf unsere reale Welt: sozial, politisch und ökonomisch.

Über den  Referenten:

Dirk Forster studierte Soziale Arbeit und Sozialpädagogik in Mönchengladbach und Saarbrücken. Er arbeitete u.a. als freier Referent mit dem Themenschwerpunkt "Neue Medien" und als Medientrainer für verschiedene Träger. 2007 war er Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins "LogOut e.V.", der sich aktiv für Präventionsprojekte im Bereich der Onlinespielsucht einsetzt und Informationsveranstaltungen für Pädagogen und Eltern zum Thema Computerspiele veranstaltet.


3. April 2009: Hans Husel im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Ingeborg Besch,  Musik: Duo Thewes-Östreich

…Zur  künstlerischen Vorgehensweise Husels gehört also (häufig) Sprache, gehören Bildtitel, mit denen er die von ihm entworfenen Sachverhalte sozusagen beim Wort nimmt und phonetisch bebildert. …
… Hans Husel wäre indes nicht der vertraut schöngeistige Grantler mit schmerzhafter Welt- und Weitsicht, ginge es ihm dabei nur um die schnelle Spaßnummer – da lässt sich vielmehr jemand ein auf den  Spagat von Sprache und Bedeutung  und verbindet dabei verschiedene Lager der klassischen Kunstgeschichte. …
... Bereits die Expressionisten &  Kubisten setzten in ihren Collagen und Demontagen auf die Interferenz von Bild- und Sprach-Modulen. Seit Duchamp hat sich der Wirklichkeitsanspruch der Kunst radikal verändert. Das ready made als nicht eigens geschaffenes, sondern vom Künstler als Kunstwerk erkanntes und verteidigtes Objekt alltäglichen Umganges genießt längst öffentliche Reputation. Schrittsicher  bewegt sich Hans Husel auch in der Rolle eines postumen Dadaisten, der Sinn findet im Konjugieren des scheinbar Sinnentleerten. Mit der ihm eigenen peinlichen Sorgfalt widmet er sich der Aufgabe als todernster Gedanken-Spieler, und es ist vielleicht kein Zufall, dass sein Spielzeug etwas ziemlich Unbestechliches ist: ein Maßstab  eben. …
… Dass Husels Absage an den Autorenkult eine ähnliche Subversionsstrategie verfolgt, ist  eine Art Gütezeichen seiner Kunst des allgegenwärtigen Zweifels. Sowas passiert , wenn einer  dem Absolutheitsanspruch von Menschenwerken zutiefst misstraut. Und der Kunst sowieso. …
… . In der jüngeren Kunstgeschichte finden sich Beispiele für die Rolle des habituellen Spötters bei den  Künstlerkollegen von Fluxus und beim Belgier Broodthaers, auch in Polkes, Kippenbergers und Herolds Arbeiten aus den 80er Jahren,  die ihre ironischen Pointen häufiger aus dem Aufspüren des Banalen formulierten. Dieser Generation aus der Köln-Düsseldorfer Kunstszene stand Hans Husel seinerzeit nahe. Seine konzeptuellen Projekte jener Epoche mit  Sprachvexierbildern,  in denen Texte visualisiert und Buchstaben als plastische Bedeutungsträger verhandelt  werden – sie sind heute zeitgeistiger Restbestand eines wohl kollektiven künstlerischen Anliegens. In verblüffend mentaler Wahlverwandtschaft findet sich auch der Hannoveraner Timm Ullrichs: beide setzen ihre wortakrobatischen  Realitätsbefragungen in Szene und beackern sichtlich lustvoll das weite Feld der Sprachmutationen. Kunst ist Leben. Leben ist Kunst.
 
(Auszüge aus dem Katalog "Meterware - Metaware" von Ingeborg Koch- Haag, Kunsthistorikerin)

 
 
 
... Wenn ein Vertreter der Konzept- wie Objektkunst zwischen Dada, Duchamp und Spontisprüchen in die Jahre kommt, dann schrumpft das Wortspiel zum Kalauer. ... Dann regiert der ranzige Altherrenhumor, bei dem der Wunsch Vater des Gedankens scheint: "Messlatte", der Mega-Penis mit einem Metermaß nachgebaut, kehrt heim in die Niederung des sinnverweigernden, antiautoritären Sprachwitzes ... heute längst zahnlos geworden ... den Schleim der Werbesprache saugt ... ist bester Alt-68-Muff ... maßstabsgetreue Bastelstunde ... der handgedrechselte Sprachwitz ... Protest als Sinnverweigerung, der Allgemeinplatz des Querdenkers entlarvt sich auch hier als die Simulation des Protestes, denn Querdenken geht nur im System. So bleibt alles eine "Opa-rette".
 
(Auszüge aus der Ausstellungsbesprechung  in der "Saarbrücker Zeitung" von Sabine Graf)




Zwischen Improvisation und ausgefeilter Komposition agieren Rudi Mahall (Bassklarinette) und Christof Thewes (Posaune) leidenschaftlich mit freiem Geist auf hohem instrumentalem und energetischem Niveau, undogmatisch und der Unendlichkeit des Augenblicks verpflichtet. Zurzeit nehmen sie ihre neue CD "null depri negativ" auf.

Der Jazzposaunist Christof Thewes ist hierzulande bestens bekannt durch zahlreiche Formationen, durch seine eigenwillige Weiterentwicklung der Klangmöglichkeiten seines Instrumentes und durch sein Wirken als Komponist, welches er auf nationaler und internationaler Bühne unter Beweis gestellt hat.

Rudi Mahall hat sich nach dem Studium der klassischen Bassklarinette der Jazz-Avantgarde zugewandt. Er arbeitet auf internationalem Niveau. Zu den Band-Zusammenhängen, an welchen er beteiligt war oder noch ist, gehören die Avantgardeband /Die Hartmann 8/, Der Rote Bereich, das Trio /Tiefe töne für Augen und Ohren/ (mit Sievert und Bill Elgart), Carlos Bicas /Azul/ sowie /Die Enttäuschung/ (mit u.a. Axel Dörner, Jan Roder). Er war an mehreren Projekten und CDs mit Aki Takase beteiligt (u.a. über Eric Dolphy) und hat an Alexander von Schlippenbachs Gesamteinspielung von Thelonious Monk und dem Globe Unity Orchestra mitgewirkt. Darüber hinaus gab er Konzerte mit Conny Bauer, Lee Konitz, Barry Guy, Karl Berger, Paul Lovens, Sven-Åke Johansson, Radu Malfatti, Ed Schuller, Ray Anderson, Kenny Wheeler, Hannes Bauer und vielen anderen.
Mahall ist beim Free Music Festival Jazz a Mulhouse aufgetreten, beim Moers Festival, beim JazzFest Berlin, den Leverkusener Jazztagen und bei Jazzfestivals in New York City, Amsterdam, München, Würzburg, Nürnberg, und hat Tourneen durch Portugal, Süd- und Ostafrika absolviert.

Christof Thewes und Rudi Mahall spielen seit 1999 in unterschiedlichen Besetzungen -- Duo, Trio, Quartett -- zusammen, veröffentlichten in der Zeit eine CD (Jazzhausmusic Nr. 122) und spielten in Clubs und auf Festivals (Akutfestival Mainz, Urban Sounds Köln uva.). Beide sind Mitglieder des "globe unity orchesters."



30.01.09

Der Vortrag: "Charisma - Eine soziologische Kategorie":
Kaum eine soziologische Kategorie wird im öffentlichen Raum so häufig gebraucht wie die des "Charisma". Man denke nur an den gerade gewählten US-Präsidenten: Kaum ein Artikel über ihn, in dem nicht auf sein "charismatisches" Wesen hingewiesen worden wäre. Gleichzeitig aber ist die Mahnung zu hören, in ihm nicht einen "charismatischen Heilsbringer" zu sehen. Solcherlei Erwartungen seien unerfüllbar. Aber wie hängen Charisma und Erwartungen, soziologisch betrachtet, eigentlich zusammen?
Kaum eine andere soziologische Kategorie hat allerdings auch schon für soviel Ärger und Polemik in der Politik gesorgt als eben die des "Charisma". Noch jüngst schlugen die Wellen der Empörung hoch, als Oskar Lafontaine von Altkanzler Schmidt mit Adolf Hitler verglichen wurde: Beide seien "charismatische Redner". Im Sinne der soziologischen Bedeutung des Begriffs ist an dieser Aussage allerdings eigentlich nichts zu kritisieren.
Um aber jeder Empörung vorzubeugen und um Missverständnisse dieser so oft instrumentalisierten Kategorie zu klären, sind Sie herzlich zu einem Vortrag des Soziologen Matthias Hoffmann eingeladen, der diesen und anderen Fragen nachgehen wird.

Die Musik: Das ChristofThewes Quintett feat. Sabine Noss spielt Stücke von Charles Mingus und anderes.



22. Februar 2009

Uraufführung "Das Ding Erinnerung":
Der Film: Uraufführung von Alfred Guldens Film "Das Ding Erinnerung": Was wären wir - ohne unsere Erinnerungen...Musikfilm?

Das Ding Erinnerung: Der erste Film aus der Reihe "Zyklus", der die Zusammenarbeit zwischen Alfred Gulden und Christof Thewes, zwischen Wort und Musik mit filmischen Mitteln zu zeigen versucht.

Es soll weder Filmmusik sein noch ein Video-Clip, sondern eine Form, Musik auch optisch erlebbar zu machen. Ein Experiment für Augen und Ohren.

Der Gedichtszyklus "Das Ding Erinnerung" von Alfred Gulden in der Vertonung von Christof Thewes wird hier in eine neue Form gebracht. Zu Idee und Dreharbeiten wird Alfred Gulden am Abend einführend erzählen.



Die Musik: Im zweiten Teil des Abends spielt das „Modern Chamber Ensemble“ das längere Stück "Der Prophet geht" von Christof Thewes.







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