Spielraum Heiligenwald

Samstag 28. Mai 2016
20:00 Uhr im Spielraum Heiligenwald

Eintritt: 10 Euro (6 Euro erm.)
Beginn: 20:00 h

Dr. Ingeborg Besch – Über den Schiffweiler Künstler Walter Bernstein

Das Quartett – feat. Michel Pilz, Christof Thewes, Jan Oestreich, Michael Griener


Vortrag: Der Schiffweiler Künstler Walter Bernstein (1901 – 1981) 

Dr. Ingeborg Besch – Kunsthistorikerin

csm_010720_BlauBergmannskopf_69a7661545Walter Bernstein wuchs in Neunkirchen als Sohn eines Baumeisters der Bürgermeisterei auf. Er hatte als Kind und Jugendlicher den Wunsch Künstler zu werden, beugte sich jedoch zunächst der väterlichen Anordnung und erlernte einen ordentlichen Beruf. Anstreicher und Malermeister sollte es werden. Seine Wanderjahre führten ihn nach Nürnberg, wo er die eigene Laufbahn begann. Er studierte nach der Gesellenprüfung drei Jahre an der Kunstgewerbeschule von 1923 bis 1926. Aber es zog den intensiven Arbeiter weiter in die Hauptstadt der Künstle nach Berlin. 1926 bis 1934 studiert er freie Kunst und wird Meisterschüler bei Hans Meid. Sein Leben hatte mit Erfolgen und erstem Eheglück bereits eine Form, die durch den Tod der jungen Frau und seinen Auszug an die Front jäh zerschlagen wurde.

Einer, der den Tanz und das Theater liebte, Käthe Kollwitz und Max Slevogt verehrte, den Matthias Claudius und Bertolt Brecht inspirierten, der nach Shakespeares Hamlet und nach Fidelio von Ludwig van Beethoven zeichnete, der im gleichen Haus wie Walter Benjamin in der damaligen Nettelbeckstraße 24, Berlin Charlottenburg wohnte, der kehrt nach sechs Jahren des Umherirrens in den Wirren des Krieges in seine Heimat an die Saar zurück.

Die wenigen Zeugnisse der Vorkriegsarbeit machen deutlich, dass Bernstein bei seinen bereits entwickelten Themen bleibt. Die Landschaft der neuen alten Heimat wird allerdings nicht von Seen, sondern von Hütten- und Grubenanlagen, von Fördertürmen und Halden geformt. Er nimmt seine Aufgaben ernst und das Leben nimmt ihn ernst. Menschen in Leid und Not werden ihm wichtige Themen, wie die Vertriebenen ohne Heimkehr der Zypernkrise 1974. Zu Hause ist es das Leid des einzigen Sohnes, dessen „Heimkehr“ unerbittlich näher rückt. Michael stirbt mit 32 Jahren, drei Monate vor seinem Vater.

IMG_0333_resized_1Es werden Werke Walter Bernsteins vorgestellt, die sich mit der großen Menschheitsfrage nach unverschuldetem Unglück beschäftigen. Ob motiviert aus Literatur und Theater oder durch das persönliche Leben – diese Werke haben Walter Bernstein viel bedeutet. Er nannte sie „meine wahren Kinder.“

Seit 2016 ist Frau Dr. Besch für die Inventarisation der Werke von Walter Bernstein verantwortlich und ist derzeit kunsthistorische Kuratorin der Ausstellungen Heimkehr und Hommage, Walter Bernstein zum 115. Geburtstag. In der Waschkaue im Zechenhaus Reden umfasst das Projekt die Ausstellung Heimkehr mit Werken von Walter Bernstein, eine Ausstellung mit zehn Künstlerinnen und Künstlern des 1. Walter Bernstein Kunstpreises für Malerei und eine Ausstellung mit Skulpturen des Bildhauers Johannes von Stumm.


Das Quartett – feat. Michel Pilz

Michel Pilz – Bassklarinette
Christof Thewes – Trombone, comp.
Jan Oestreich – Bass
Michael Griener – Drums

Vor Jahren schon begeisterte Michel Pilz zusammen mit Jan Oestreich und Christof Thewes bei fulminanten Konzerten im Spielraum, aber auch auf Festivals, wie dem Luxenburger Jazzfestival in Dudelange, ihr Publikum mit rasantem Free Bop, abstrakten Balladen und einer zeitgenössischen Musikauffassung, die die ganze Tradition des Jazz in sich birgt.
Verstärkt durch den Berliner Ausnahmeschlagzeuger Michael Griener ist dieses Quartet quasi eine Traumbesetzung.

Michael Griener, Jan Oestreich und Christof Thewes gehören einer Jazzgeneration an, die mit vielen Größen der Jazzwelt (Alex Schlippenbach,Evan Parker,Luden Petrowsky,Archie Shepp uva.) auftreten und mit ihren eigenen Projekten als Bandleader eigene kompromisslose Wege zwischen experimentellem Jazz ,Neuer Musik und freier Improvisation gehen.

Michel Pilz ist eine europäische Jazzlegende, der in früheren Jahren mit der ersten Generation des Globe Unity Orchesters seine Karriere in den Sechzigern begann.

Hier Auszüge aus seiner Biographie:

14687520557_a215b7cea3_zHe was born in Germany (Bad Neustadt/Saale), and grew up in Luxembourg, where he studied classical clarinet at the conservatory. He then opted for a career in jazz playing the larger instrument, first joining the Manfred Schoof Quintet in 1968 (with Alex von Schlippenbach, Buschi Niebergall and Mani Neumeier).

In the 1970’s, Michel toured in the Near East, Asia and South America with the quintet, the “German All Stars,” the “Globe Unity Orchestra,” and, in Japan, with trumpeter Itaru Oki. Over the years, he has performed at numerous international jazz festivals, including Montreux, Bombay, Tokyo, Frankfurt and Chateau-Vallon. In October, 1999, his trio represented Germany at the European Jazz Festival in Damascus.

Michel has produced several recordings, including, most recently, “Jamabiko” (MP 841) and “Melu-Sina” (Drops CD 16). His next CD, to be entitled “Arbor,” will be out in early 2001. Today, Michel resides again in Luxembourg, where he teaches and plays local engagements. He also travels frequently for appearances in Germany, France, and elsewhere in Europe. He plays primarily with the Michel Pilz Trio, including Christian Ramond on bass and Klaus Kugel on drums. Itaru Oki often joins the group to form the Pilz-Oki Quartet for selected dates.
The potential of music as a means of enhancing international understanding became clear to Michel with his first overseas experiences. He has consistently attempted to include local musicians in his international appearances, believing the promotion of such relationships to be a critical element in the musician’s art.

Stimmen über Michel Pilz

“Pilz is a most resourceful bass-clarinetist whose main virtue is an almost Chicago-like devotion
to solo shape…”
-John Litweiler in “Downbeat”
“Michel Pilz, whose sole instrument is the bass-clarinet, has carried the Eric Dolphy legacy into the Free Jazz Era….He is a master of contradictory musical lines, flowing from the strong and furious, to the soft and warm.”
-J. E. Behrendt in his “Jazzbuch.”
“I have enjoyed Michel Pilz’s music for a long time…. A music I like, and whose claim is clear. In short: music at the top of our time.”
-Bert Noglik, jazz critic.

(Bild: Alexander Schaffer)

Über den Spielraum

Alles was ist, braucht Raum. Im Kopf oder in der Welt. Am besten in beidem, denn Ideen gibt es viele, die Realitäten dazu eher selten. Deshalb gibt es den „Spielraum“, um für künstlerische Ideen diesen Raum in der Welt zu schaffen. Musik, Vorträge, Lesungen, Bilder, Gedichte, Gespräche... Es geht um die Lust am Austausch mit Menschen. Um die Lust am Spiel. In den „Spielraum“-Veranstaltungen wird kreatives Potential künstlerische Wirklichkeit.
  • Sa
    28
    Mai
    2016

    Christof Thewes Quartett feat. Michel Pilz

    20:00 Uhr
  • Sa
    02
    Jul
    2016

    Undertone Project feat. Paul Lovens

    20:00 Uhr

>>> alle Termine

Newsletter

Spielraum Heiligenwald Heiligenwalder Str. 114
66578 Schiffweiler (Heiligenwald)

(Ecke zur Friedrich-Ebert-Str. !!!)